[VORSPANN] - Gymnastik am Strand, Nordicwalking auf dem Deich, Mountainbike-Touren im Harz oder Radeln an der Thülsfelder Talsperre – bei den Feriengästen in Niedersachsen ist Bewegung zunehmend gefragt. „Keiner will sich mehr nur zwei Wochen in die Sonne legen“, sagte Katja Benke vom Marketing der Nordsee GmbH in Schortens. „Die Leute wollen was für ihre Gesundheit tun.“ Gleichzeitig achten die Urlauber verstärkt auf den Preis, wie eine Umfrage ergab. Viele Anbieter stellen außerdem fest, dass sich Gäste immer kurzfristiger entscheiden und auch nicht mehr so lange an einem Ort verweilen.
Der Trend gehe immer mehr zum Kurzurlaub, sagte auch die Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes HVV, Miriam Fuchs. Vielfach kämen die Gäste im Sommer nur noch für drei bis vier Tage in den Harz. Dabei werde immer kurzfristiger gebuch.
In der Lüneburger Heide haben die Touristikmanager extra eine Last-Minute-Bettenbörse im Internet eingerichtet, die kurzfristigen Buchern die freien Quartiere der nächsten 14 Tage anzeigt. „Wir haben eine große Nachfrage nach Ferienwohnungen“, sagte Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH.
Für Familien mit Kindern seien Zelt und Wohnmobil mittlerweile zu einer echten Alternative geworden, meinte die Geschäftsführerin des Erholungsgebiets Thülsfelder Talsperre, Maria Oloew, in Cloppenburg. „Das geht schon seit zwei Jahren so. In diesem Jahr wird Camping noch stärker nachgefragt.“ Sie hofft auf gutes Wetter während der Ferien, damit viele Tagesausflügler kommen.
An der Küste und auf den Inseln buchen die Urlaubsgäste nach wie vor Ferienhäuser, Hotels und Pensionen in allen Preiskategorien. „Es scheint so zu sein, dass die Gäste die Krise entweder noch nicht spüren oder im Urlaub erst recht nicht sparen wollen“, sagt der Marketingleiter Herbert Fisser von der Kurverwaltung Norderney. „Im Moment sieht es bei den Buchungen sehr, sehr gut aus.“
Das gilt nach Angaben von Benke jedoch nicht für jeden Urlaubsort an der Nordsee: „Der eine oder andere Gast bleibt doch weg.“ Auffällig sei, dass die Gäste wählerischer geworden seien. „Man guckt vorher genau, wo man wohnen möchte. Beliebt sind vor allem Häuser am Deich oder Hotels mit Meerblick.“
