[/VORSPAUTOR][AUTOR] - ZETEL - Große Freude im St. Martins-Heim in Zetel. Pastor i.R. Reinhold Carels spricht sogar vom „kleinen Wunder von Zetel“. Die Aussegnungshalle des Altenheimes am Runden Moor wird künstlerisch neu gestaltet, komplett renoviert und all das ist für das Heim kostenfrei. Initiiert wurde die Aktion vom Ehepaar Ingrid und Werner Koch. Die Idee dazu hatten die beiden nach der Aussegnungsfeier von Ingrid Kochs Mutter, die sich in dem Heim sehr wohl gefühlt hatte: „Uns hat es sehr beeindruckt, dass auch die Pflegekräfte Abschied genommen haben. Die Atmosphäre hat uns tief berührt. Nur das Ambiente war eindeutig verbesserungswürdig.“ Und so reifte der Gedanke, die Aussegnungshalle zu verschönern. Nur allein war das nicht umzusetzen. Doch Werner Koch war schon immer auch ein Mann der Tat. So sprach er kurzerhand Handwerksbetriebe in Zetel an, die allesamt schon langjährig für das Heim tätig waren und fand dort sofort die Zusage, sich zu beteiligen.
Werner Koch entwarf Glasfenster, die rechts und links eine neue Außentür einrahmen werden. Die Tür – die farblich zu der Fenstergestaltung passen wird – bekommt in der Mitte ein großes Kreuz mit Glasstäben, durch die das Licht in den Aussegnungsraum fallen kann (eine Idee von Pastor Carels). Auf diese Weise wird die Tür gleichsam zur Altarwand, wie es Carels ausdrückt. Auch die Fenster stehen unter dem Motto „Hinführen zum Licht“ – was künstlerisch umgesetzt wird durch einen unterbrochenen gelb gefederten Halbkreis, der ausgehend von einer lila Grundfläche, nach oben weist. Die Fensterrahmen und die Holztür wird Tischlermeister Albert Hobbie fertigen. Die Maurerarbeiten übernimmt Günter Hinrichs, der sogar eine Wand versetzt, damit der Sarg zukünftig nicht mehr um eine Ecke nach draußen transportiert werden muss. Die Malerarbeiten an Tür, Fenstern und Wänden übernimmt Günter Oldenettel und für eine neue Beleuchtung sorgt Gerd Nieland. So werden Bedingungen geschaffen, die zukünftig
das Abschiednehmen von lieben Verstorbenen in einer hoffnungsvollen und lichten Umgebung möglich machen. „Ein guter Abschied ist immens wichtig,“ betonte Heimleiterin Maria Bockhorst-Wimberg: „Er erleichtert es dem Geist zu begreifen, was geschehen ist.“ Für Reinhold Carels, der bei einer USA-Reise Aussegungsräume kennengelernt hatte und damals beschloss, dies auch in Zetel einzuführen, ist ein Aussegnungsraum die sichtbare Brücke zwischen dieser und jener anderen Welt. Es war ihm immer ein Anliegen, die Menschen im Heim in all ihren Anliegen zu begleiten. Bis zum Ende: „Erst dann die Hand loslassen, wenn ‚Er dort oben' sie wieder in seine Hand nimmt.“ Zu wissen, dass sie auch nach ihrem Tode würdig behandelt werden, hätte die älteren Menschen immer sehr erleichtert, meint Carels. Sowohl Heimleiterin als auch Carels bedanken sich von Herzen bei den Spendern: „Nie war Geld für so etwas da, und plötzlich geschieht so was! Ohne die großzügige Hilfe hätten wir das niemals umsetzen
können.“ Dokumentiert und filmisch festgehalten wird der Umbau von Manfred Bilke.
