Und so beginnt die Referentin aus Bremen, die auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung zu Gast ist, mit der Kurzgeschichte „Mensch Möhlmann“. Weiter geht es mit Witzen von Lehrern und ihren Schülern, von Lenin im Himmel und von Politikern, die gern durch das Himmelstor eingelassen werden wollen.

Dem folgt ein Märchen aus Italien. Es erzählt von der schönen Kaufmannstochter Sofarina. Mit ihrer Schönheit bezaubert sie einen Prinzen. Die beiden heiraten, doch der Stolz der schönen Sofarina steht zwischen den Eheleuten. Der Prinz verbannt sie in einen Raum unter der Erde. Dort soll sie bereuen. Er selbst zieht derweil in die Welt hinaus und verliebt sich in zwei weitere schöne Frauen. Beide gebären ihm jeweils ein Kind. Wieder zu Hause ist Sofarina nicht von ihrer Sturheit geheilt. Der Prinz ist auf der Suche nach einer neuen Frau. Bei einem rauschenden Fest taucht Sofarina plötzlich mit seinen zwei Kindern auf. Da erkennt der Prinz, dass sie die beste Frau ist und das Paar lebt glücklich bis ans Ende seiner Tage.

Dann ist ein skandinavisches Märchen an der Reihe: Es erzählt von einem armen Ehepaar. Eines Tages tauscht der Mann seine Kuh gegen einen alten Topf. Das betrübt seine Frau zunächst, doch durch den Topf müssen sie nicht mehr Hunger leiden. Und haben dazu noch reichlich Geld.

Märchen, so erklärt Karin Westendorf, entstanden in einer Zeit, in denen religiöse Geschichten an Wirkung verloren. Die Menschen waren auf der Suche nach etwas Neuem. Es gehe die Legende um, es seien die Rosenkreuzler gewesen, die die Märchen im Volk verbreiteten.

Auf die Besucher warteten an diesem Abend noch Geschichten aus dem Märchenreich von Island, Frankreich und China. Auch wenn sie in anderen Ländern spielten, die Motive seien die gleichen. Vieles kannten die Zuhörer daher schon aus Kindertagen.