VOSTEEN - Noch liegt der „Teufelsstein“ in einem Graben. Ab März soll er Ziel von Radfahrern und Spaziergängern sein.
Von Markus Minten
VOSTEEN - Eigentlich ist der Fuchs schuld. Der Fuchs, den die Bewohner Vosteens seit vergangenem Frühjahr immer wieder um ihre Häuser streifen sehen. Vor allem aber der Fuchs, in dessen Gestalt der Teufel der Sage nach vor langer Zeit Spuren hinterließ (siehe Kasten).Diese Sage zu erhalten und bekannter zu machen, haben sich Bianca Lietzau und ihre Nachbarn vorgenommen. Schließlich hat der Fuchsstein (Plattdeutsch: Voss-Steen) der Ortschaft den Namen verliehen. Auch wenn andere meinen, der stamme vom Namen eines Ortsansässigen aus dem 13. Jahrhundert, wie Friedrich Linnemann, Lietzaus Großvater und mit 88 Jahren ältester Vosteener, erläutert.
Während der Stein mit den Abdrücken von Läufen und Schweif des Fuchses seit 1960 (zuvor stand er an der Molkerei) seinen Platz an der Einfahrt zum Hof von Claus Blankemeyer hat, wollen die Vosteener dem mit der Teufelskralle endlich zu einem würdigen Platz verhelfen. „Schon immer“ hatte Linnemann die Idee, den Findling von einem Feldweg unweit des Hofes – dort liegt er mittlerweile halb im Graben – zu versetzen. Im Oktober haben seine Enkelin und die Nachbarn die Idee dann aufgegriffen. Angeblich sollen die Steinen früher einmal zusammen gestanden haben. „Mein Leben lang aber nicht“, betont Linnemann.
In Sichtweite des Fuchssteins soll der Teufelsstein zwischen den Eichen nahe dem „Vostener Eck“ zur Geltung kommen. Hinweisschilder mit der Sage an beiden Steinen sollen Radfahrer und Spaziergänger auf den jeweils anderen aufmerksam machen. Ein Tisch und zwei Bänke sollen zu einer Rast einladen. „Wir werden den Rasen aufnehmen, darunter ist noch das Kopfsteinpflaster der alten Bundesstraße“, plant Blankemeyer einen schmucken kleinen Platz.
Los geht es im März. Mit Schaufeln für den Rasen und schwerem Gerät für den Findling (von dem niemand genau weiß, wie tief er im Graben und in der Erde liegt) werden fast alle der rund 50 Vosteener anpacken, damit ihre Sage weiterlebt. Und vielleicht schaut ja auch der Fuchs nochmal vorbei . . .
Die Vosteener Sage in Kurzform
