VOSTEEN - Mit einem kleinen Imbisswagen und zwei Holzbänken im Vorgarten begann 1968 in Vosteen die Geschichte des „Rasthauses am Kimmer Holz“. Am 26. Januar bewirteten Friedrich und Elfriede Linnemann auf ihrem Hof an der (heute alten) B 75 die ersten Fernfahrer, Vertreter und Reisende – bereits ein Jahr später war der Imbiss so gut besucht, dass mit dem Bau des Rasthauses begonnen wurde.
„15 bis 20 LKWs waren an den Abenden keine Seltenheit. Die Fahrer kamen, bestellten ihr Essen, gingen unter die Dusche und konnten sich anschließend an den gedeckten Tisch setzen“, erinnert sich Waltraut Schröder, die von Anfang an im Betrieb ihrer Eltern tätig war und in Fernfahrerkreisen als „Würstchen-Wally“ bekannt wurde. Der Imbisswagen bildete nicht nur den Grundstein der geschäftlichen Weiterentwicklung des Familienbetriebs, sondern spielte auch in der Biografie von Waltraud Schröder eine nicht ganz unwichtige Rolle: Am Verkaufstresen lernte „Wally“ als 18-Jährige ihren heutigen Ehemann Siegfried Schröder kennen, der dort mit seinen Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Dingstede Rast machte.
Der bis dahin so rege Zulauf zum Rasthaus brach schlagartig ab, als 1975 die Autobahn 28 in Betrieb genommen wurde und Autofahrer zwischen Bremen und Oldenburg nicht mehr auf die alte Bundesstraße angewiesen waren. „Eine Zeit lang war sehr wenig los“, erzählt Waltraut Schröder. „Aber die Leute haben uns dann wieder gesucht. Die Fernfahrer haben sich per Funk verabredet und bei uns getroffen.“
Waltraud Schröder erinnert sich an lange Arbeitstage, die oft morgens um 4 Uhr mit der Zubereitung von Hackepeter-Brötchen begannen und erst zur Schlafenszeit der LKW-Fahrer endeten. Ein guter Teil des Familienlebens spielte sich in der Gaststätte ab – da war es selbstverständlich, dass auch Tochter Bianca nach der Schule und später nach der Arbeit mit anpacken musste.
Seit 2005 führen Waltraut Schröder und Bianca Lietzau den Betrieb gemeinsam, nun unter dem Namen „Vosteener Eck am Kimmer Holz“. Die Räumlichkeiten des ehemaligen Rasthauses stellen sie heute als Gesellschaftsräume für Hochzeiten, Geburtstage, Konfirmationen, Kohlfahrten und Vereinsversammlungen zur Verfügung. „Auch 18. Geburtstage dürfen bei uns gerne gefeiert werden“, so Bianca Lietzau. „Die Jugendlichen haben es oft schwer, irgendwo unterzukommen.“
Das 40-jährige Bestehen des „Vosteener Ecks“ nehmen die Familien Schröder und Lietzau zum Anlass, für Sonnabend, 26. Januar, zu einem Tag der offenen Tür einzuladen. Von 11 bis 18 Uhr können Besucher die Räumlichkeiten besichtigen und sich in einer Ausstellung Floristik, Hand- und Holzarbeiten ansehen. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt: Es gibt Kaffee und selbstgebackenen Kuchen sowie Bratwurst und Pommes.
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