Vreschen-Bokel - 2013 wurde ein Seeadler das erste Mal im Naturschutzgebiet am Aper Tief in Vreschen-Bokel gesichtet und fotografiert – eine kleine Sensation. 1974 galten die großen Greifvögel in Niedersachsen noch als ausgestorben. Nur wenige Exemplare sind seither beobachtet worden. Auch am Aper Tief ist bislang nur ein einziges Paar heimisch geworden, aber man hofft auf Nachwuchs.
Allerdings sorgen sich Naturschützer um den Bestand. Der extrem seltene Vogel, aber auch viele weitere bedrohte Arten könnten durch die Planung des Unternehmens Tennet gefährdet sein. Eine Stromtrasse, die von Deternerlehe nach Vreschen-Bokel führt, würde das Landschafts- und Naturschutzgebiet durchschneiden und den Lebensraum der seltenen Tiere weiter einengen und diese vielleicht sogar ganz vertreiben.
Bedrohte Tiere
Die Aper Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) um Sprecher Peter Henn schlägt deshalb Alarm und wendet sich in einer Online-Petition an die Regionale Landesentwicklung Oldenburg. In Deutschland gebe es laut WWF nur noch circa 580 Brutpaare des Seeadlers. Die Brutgebiete seien daher besonders streng zu schützen, heißt es darin. Ebenfalls heimisch in dem Gebiet sei die Bekassine, die laut Roter Liste ebenfalls vom Aussterben bedroht sei.
„Die Trasse durch das Schutzgebiet und deren Baumaßnahmen hätten gravierende und irreversible schädigende Auswirkungen auf die dort vorkommende und laut Gesetz zu schützende Tier- und Pflanzenwelt“, betont die Nabu-Gruppe. Sie fordert daher, das Naturschutzgebiet zu verschonen und eine alternative Trasse zu wählen.
Bereits unterschrieben haben mehr als 1000 Naturschützer – und die Initiatoren hoffen auf weitere Unterstützer. Wer teilnehmen will, sollte sich allerdings sputen, da die Einspruchsfrist in Kürze abläuft. Bis einschließlich Mittwoch kann noch unterschrieben werden. Die Petition ist unter www.change.org zu finden. Weitere Auskünfte erteilt Gruppensprecher Peter Henn unter der Telefonnummer 0 44 89/ 9 42 57 88.
Jugend einbinden
„Wir möchten den Lebensraum für seltene Tiere erhalten. Das liegt uns am Herzen“, sagt Peter Henn zum Hintergrund der Initiative. Jeden Tag sei jemand von der Nabu-Gruppe draußen, um den Seeadler zu beobachten. Aber auch darüber hinaus sei die erst im vorigen Jahr ins Leben gerufene Gruppe aktiv und wolle verstärkt die Jugend an Naturthemen heranführen – etwa mit Erlebnistagen.
