Vreschen-Bokel - Abgeschlossen und weitergereicht an die regionale Landesentwicklung Oldenburg wurde am Freitag eine Online-Petition, die sich für den Schutz des ersten Seeadler-Paares am Aper Tief stark macht. 1139 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und hatten unterschrieben. Damit sprachen sie sich gegen eine Trasse des Netzbetreibers Tennet aus, die das Naturschutzgebiet in Vreschen-Bokel durchschneiden würde.
„Wir sehen inzwischen aber gute Chancen, mit unserer Eingabe die Trassenführung beeinflussen zu können“, erklärte Initiator Peter Henn, Sprecher der Aper Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Die Gruppe fühle sich bestärkt durch die große Resonanz auf die Aktion zum Schutz des Seeadlers. Viele positive Rückmeldungen seien auch telefonisch eingegangen.
Die Gemeinde hat ebenfalls zwischenzeitlich die Stellungnahme des Nabu weitergeleitet. Im Rathaus waren, wie berichtet, auch Unterschriftenlisten von Bürgern eingegangen, die sich gegen die geplante Trassenführung ausgesprochen haben. Eine Liste mit mehr als 250 Unterschriften hatte der Ortsbürgerverein Vreschen-Bokel dem Bürgermeister übergeben. Hinzu kam eine Eingabe von Bürgern aus Nordloh mit über 90 Unterschriften. Befürchtet hätten Anlieger teilweise Hausabstände von 30 Metern zur Trasse, gab die Gemeinde das Stimmungsbild wieder. Alle Eingaben wurden an das Amt für regionale Landesentwicklung weitergeleitet. Die Abgabefrist für Anregungen und Bedenken ist inzwischen beendet.
Auch die Gemeinde selbst sieht die aktuelle Trassenführung ausgesprochen kritisch und behält sich rechtliche Schritte vor. Ein Planungsbüro wurde beauftragt, die Auswirkungen genauer zu untersuchen.
Eine deutlich geringere Belastung hätte aus Sicht der Gemeinde die inzwischen verworfene Variante im westlichen Gemeindegebiet zwischen Holtgast und Detern bedeutet. Stattdessen solle jetzt zwischen Holtgast und Vreschen-Bokel die Kreisstraße gequert werden. „Nun möchte Tennet am unteren Siedlungsrand über dem Aper-Tief bis zur Saterlandstraße einen Korridor für das 300- und 600-kV-Kabel vorsehen. Diese Trassenführung ist für die Natur und die Siedlungsentwicklung von Vreschen-Bokel und Augustfehn nicht nachvollziehbar und der denkbar schlechteste Weg, den Strom in den Süden zu bekommen“, betonte Bürgermeister Huber in einer offiziellen Erklärung.
„Ich würde mir wünschen, dass eine Trasse gefunden wird, die durch große Abstände die wenigsten Konflikte mit sich bringt und damit Mensch und Natur schont“, sagte Huber gegenüber der NWZ.
