Emden - Die Führung des Emder VW-Werkes hat die Beschäftigten auf ein herausforderndes Jahr eingestimmt. „2017 wird für uns ein anspruchsvolles Jahr“, sagte Personalleiter Klaus Fröhling am Dienstag vor rund 4000 Mitarbeitern bei der ersten Betriebsversammlung des Jahres. Er zeigte sich aber optimistisch, dass es mit dem gemeinsam mit dem Betriebsrat vereinbarten Flexibilisierungsprogramm gelinge, „passgenau auf die Marktsituation“ zu reagieren.

Wegen des schwächelnden Absatzes beim Passat auf wichtigen Auslandsmärkten musste das Emder VW-Werk in den vergangenen Wochen insgesamt 20 Kurzarbeitstage beantragen. Die „Ostfriesen-Zeitung“ berichtete kürzlich, dass wegen der konjunkturell bedingten Kurzarbeit und der zahlreichen Schließtage die Planzahlen für 2017 von annähernd 250 000 Fahrzeugen auf 237 000 gesenkt worden seien.

Fröhling bestätigte auf der Betriebsversammlung zudem, dass im vergangenen Jahr 243 000 Autos in Emden gefertigt wurden. Im Jahr zuvor waren es noch 264 000. Ein Grund für den Rückgang sei u.a. das Auslaufen der Fertigung des Volkswagen CC im Herbst 2016.

Betriebsratschef Peter Jacobs machte ebenfalls auf die angespannte Situation aufmerksam. Er sprach sich dafür aus, „dass das Unternehmen nun endlich den Passat bewirbt“. Das Modell sei das „Flaggschiff der Volkswagen-Familie und müsse einen fes­ten Platz in der Werbung und den Imagefilmen der Marke haben. „Werbung für den Passat ist günstiger als Kurzarbeit“, sagte er.

Zugleich warb Jacobs für die Umsetzung des zwischen VW-Vorstand und Betriebsrat vereinbarten Zukunftspakts, der „eine Lebensversicherung für die deutschen Standorte“ sei. Ohne den Zukunftspakt wären 1000 Arbeitsplätze im Werk gefährdet, warnte er.