Wolfsburg - Auch fast sieben Monate nach dem Auffliegen des Diesel-Skandals herrscht bei VW nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur keine endgültige Gewissheit über den Ursprung der illegalen Abgas-Software. Die vom VW-Aufsichtsrat beauftragte US-Kanzlei Jones Day hat bei ihren Ermittlungen bisher nicht vollständig klären können, wie es zum Einsatz des Betrugsprogramms kam. Der Verstoß lässt sich derzeit nur auf Abteilungen und verschiedene Personen eingrenzen, nicht aber in der Kette der Geschehnisse restlos rekonstruieren.

Ausschließen kann Jones Day bislang eine Mitschuld des Vorstands um Ex-Chef Martin Winterkorn. Das erfuhr dpa aus voneinander unabhängigen Quellen. Ein VW-Sprecher sagte am Freitag in Wolfsburg: „Wir können uns nicht zu den Untersuchungen von Jones Day äußern.“

Damit ist trotz der umfangreichen internen Ermittlungen noch immer offen, ob nun einzelne VW-Entwickler aus eigenem Antrieb heraus den fatalen Fehler begingen – etwa weil sie ihren Ingenieurstolz verletzt sahen – oder ob sie womöglich doch auf direkte Anweisung handelten.

Die Kanzlei wollte dem sogenannten Diesel-Ausschuss des Aufsichtsrats ihren Zwischenbericht vergangenen Sonntag (10. April) vorlegen. Das Treffen fiel jedoch aus. Inzwischen hat der Stand der Aufklärung den Diesel-Ausschuss verlassen und ist als zentrales Thema wieder im erweiterten Kreis der VW-Kontrolleure angekommen.

Derweil haben Schwächen bei der Pkw-Kernmarke und die teils massiven Probleme auf den Auslandsmärkten die Verkäufe des VW-Konzerns ausgebremst. Im März stagnierten die Auslieferungen nur noch, mit minus 0,2 Prozent waren sie rein rechnerisch sogar rückläufig. Im Vergleich der Startquartale steht dank der besseren Monate Januar und Februar noch ein Verkaufsplus von 0,8 Prozent, wie die Wolfsburger am Freitag mitteilten.


Die Sorgenmärkte bleiben bei VW altbekannt: Russland ist per März 16 Prozent im Minus, Südamerika gar 28 Prozent. Die USA als zweitgrößter Markt der Welt verlieren knapp sechs Prozent. China dagegen kommt auf gut sechs Prozent Auslieferungsplus.