Wolfsburg/Emden - Die Flaute bei den Verkäufen in China und Einbrüche auf weiteren Absatzmärkten setzen dem VW-Konzern aus Wolfsburg zu. Der Autobauer legte am Mittwoch eine durchwachsene Halbjahresbilanz vor und kassierte seine Verkaufsprognose. Demnach traut sich Volkswagen für 2015 nur noch Auslieferungen auf Vorjahresniveau zu. Konzernchef Martin Winterkorn sprach von „einem immer härteren Marktumfeld“.

Im Frühsommer konnte Volkswagen an das starke Auftaktquartal nicht anknüpfen. Der Überschuss des Zwölf-Marken-Konzerns fiel zwischen April und Ende Juni um 16 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Auf Sicht der ersten sechs Monate steht der Überschuss damit leicht im Minus. aus. Er sank um ein Prozent auf 5,66 Milliarden Euro.

Eine zentrale Erklärung für das Federnlassen im zweiten Quartal ist die Schwäche in China. Dort arbeitet VW mit Partnern und weist die Gewinne gesondert aus. Während das erste Quartal den anteiligen operativen Gewinn aus China im Vergleich zum Jahresauftakt 2014 noch um rund 360 Millionen Euro hatte anschwellen lassen, schmolz dieser Puffer nun zum Halbjahr auf rund 122 Millionen Euro zusammen.

China ist der wichtigste Markt für den VW-Konzern, der dort ein gutes Drittel des Gesamtabsatzes macht. Nach Einbrüchen zur Jahresmitte stehen die Verkäufe dort per Juni drei Prozent im Minus und zogen auch die globale Auslieferungsbilanz 0,5 Prozent bergab. Die Halbjahresbilanz nennt zudem „Belastungen“ aus Südamerika und Russland, wo es seit Monaten Absatzeinbrüche gibt. Beziffert wird dies nicht. Der Konzern weist schon seit Jahren keine regionalen Erträge mehr aus, sondern nur die Summe.

Beim Umsatz profitierten die Wolfsburger vom schwachen Euro, so dass dieser im Quartal trotz des geringeren Absatzes um rund 10 Prozent auf 56 Milliarden Euro stieg. Auch zum Halbjahr steht bei den Erlösen ein Zehntel Verbesserung: 108,8 Milliarden Euro kamen zusammen.


Spürbar voran kam die renditeschwache Kernmarke VW-Pkw, die in dem Zwölf-Marken-Konzern für rund die Hälfte der zuletzt gut 10 Millionen Fahrzeugverkäufe pro Jahr steht. Die Hausmarke um den Golf und den in Emden gebauten Passat steigerte ihren Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf gut 1,4 Milliarden Euro – plus 41 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014. Für die Pkw-Kernmarke greift seit einem Jahr ein Sparprogramm.