San Francisco/Wolfsburg - Volkswagen hat mit ersten Eckpunkten zu einer Einigung in den USA einen wichtigen Schritt bei der Bewältigung des Abgas-Skandals gemacht. VW und die US-Behörden reichten kurz vor dem Ablauf eines Ultimatums am Donnerstag entsprechende Vorschläge beim zuständigen US-Richter Charles Breyer in Kalifornien ein.

„Ich bin sehr angetan, mitteilen zu können, dass die Parteien einen konkreten Plan vorgelegt haben“, verkündete Breyer in San Francisco. Die Lösung umfasse die Option, dass VW einen Großteil der betroffenen Dieselwagen zurückkaufe oder durch Umrüstung in einen zulässigen Stand versetze. Zudem werde VW „substanziellen Schadenersatz“ an die Besitzer zahlen. Breyer setzte eine Frist bis zum 21. Juni für eine detaillierte Einigung.

Es geht zunächst um rund 480 000 betroffene VW-Diesel mit 2,0-Liter-Motoren. Eine Einigung für alle der insgesamt fast 600 000 betroffenen Dieselwagen stehe noch aus, hieß es.

Müsste der Konzern auch nur die Hälfte der 600 000 Autos zurückkaufen, entspräche das bei rund 20 000 Dollar Durchschnittspreis pro Auto insgesamt 6 Milliarden Dollar (gut 5,3 Mrd. Euro) Belastung.

VW hatte mit einer illegalen Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert und dies vor sieben Monaten eingestanden. Der Skandal hatte seinen Ursprung in den USA. Weltweit sind elf Millionen Fahrzeuge betroffen.


Der für Hunderte Zivilklagen wegen Verstößen gegen US-Gesetze zuständige Richter Breyer hatte bis zum Donnerstag eine Lösung verlangt.

Die Volkswagen AG bestätigte, dass es in den USA zu einer Grundsatzvereinbarung mit verschiedenen Behörden gekommen sei. Ferner habe sich VW mit Klägern in dem Verfahren in San Francisco auf die Grundzüge einer Vergleichsregelung verständigt. Der Kurs der VW-Vorzugsaktie legte um 5 Prozent zu.