Am Ende hat Vater Helmut doch noch Recht behalten. „Und wenn ich so darüber nachdenke, war es auch die richtige Entscheidung“, gibt Beate Schulz, zu. Dabei war der 41-jährigen Augenoptikerin der Weg in das Geschäft des Vaters (und das des Großvaters, Urgroßvaters und Ur-Urgroßvaters) nach dem Abitur „zu stark vorgezeichnet“ gewesen. Eine echte Alternative fiel ihr aber auch nicht ein. So nahm sie sich den Ratschlag ihres Vaters zu Herzen. „Der sagte damals, mach doch erst mal die Lehre, dann kannst du ja immer noch sehen.“
Das tat sie, lernte drei Jahre in Bremen, studierte anschließend in Hamburg Jura und arbeitete nebenbei als Augenoptikerin weiter. Eines Tages gab sie ihr Studium auf, zog nach Köln um und besuchte dort die Meisterschule. „Ich hatte zwei Möglichkeiten, konnte mich entscheiden – und habe dann doch die Augenoptik gewählt“, erzählt Beate Schulz. Seit 1993 ist sie zurück in Oldenburg und leitet mittlerweile zusammen mit Bruder Axel-Otto und Vater Helmut den Laden in der Achternstraße 30/31. „Es wäre doch schade gewesen, wenn die seit 1857 bestehende Familientradition zu Ende gegangen wäre.“ An ihrem Job mag Beate Schulz den Umgang mit Menschen und die Beschäftigung mit Mode und Handwerk. In ihrer Freizeit engagiert sie sich im Vorstand des City Management Oldenburg (CMO). Ansonsten „habe ich einfach gern mal meine Ruhe“, sagt sie, „dann lese ich, trinke Kaffee und lasse meine Gedanken treiben.“cba
Beate Schulz
Augenoptikerin
