von hergen schelling
Frage:
Ich habe den Eindruck, Herr Budde, dass zurzeit ziemlich viel Kleingetier durchs Haus krabbelt...Budde:
Das stimmt. Die Wärme dieses Sommers hat die Tierchen mobil gemacht.Frage:
Bei mir sind’s vor allem Spinnen...Budde:
...die keine Schädlinge sind. Sie würden das Präparat, das ich einsetze, mit ihren dünnen, langen Beinen auch gar nicht aufnehmen.Frage:
Sie bekämpfen also die Schädlinge vom Boden aus?Budde:
Das Insektizid für Käferarten wird feucht aufgebracht und trocknet schnell an. Die Tiere nehmen es über die Beine auf, und von dort gelangt es mit der Zeit in den Körper und macht als Nervengift die Insekten unschädlich.Frage:
Und was ist mit der Hauskatze, die über den frisch behandelten Boden läuft?Budde:
Die sollte den Kontakt mit dem feuchten Produkt vermeiden – trocken wirkt es nur auf kleine Käfer.Frage:
Mit welchen Schädlingen haben Sie es zu tun?Budde:
Wir unterscheiden zwischen Hygiene-Schädlingen wie Läusen, Schaben oder Kakerlaken, Vorratsschädlingen, etwa Mäusen und Motten, Materialschädlingen wie Pelz- oder Speckkäfern und Lästlingen – also Fliegen, Wespen, Ameisen.Frage:
Und wer sind Ihre Auftrageber? In erster Linie Privathaushalte?Budde:
Viele Aufträge kommen aus der Industrie, die Zertifizierung verlangt das oft von den Betrieben. In deutschen Privathaushalten hat sich die Schädlingsbekämpfung – im Gegensatz zu anderen Ländern – bisher nicht recht durchgesetzt.Frage:
Warum nicht?Budde:
Das weiß ich nicht. Eine Rolle spielt wohl, was ich oft höre: Wir brauchen Sie im Haus – aber parken Sie bitte eine Straße weiter...Der Bookholzberger Egon Budde ( 04223/95154) ist Schädlingsbekämpfer. Er arbeitet mit Insektiziden.
