NWZ
: Knapp 300 Menschen besuchten am Dienstagabend die Kommunalwahl-Runde im Kulturzentrum Ofenerdiek an der Weißenmoorstraße, um sich über die Konzepte der Spitzenkandidaten der Wahlbereiche I/Mitte-Nord und IV/Nordost zu informieren. Mehr als zweieinhalb Stunden lang diskutierten Jürgen Krogmann (SPD), Esther Niewerth-Baumann (CDU), Alexandra Reith (Grüne), Stefanie Harms (FDP), Jonas Christopher Höpken (Linke) und Manfred Drieling (FW-BFO) unter Moderation vonNWZ
-Redaktionsleiter Michael Exner über Probleme des Stadtnordens. Ebenso wie beimNWZ
-Wahlforum vor fünf Jahren stand dabei auch diesmal die Zukunft des Fliegerhorsts im Blickpunkt.Jürgen Krogmann sprach in diesem Zusammenhang von der größten Herausforderung für die Stadt in den nächsten Jahrzehnten. Er empfahl Wohnen und Gewerbe auf dem Fliegerhorst anzusiedeln. Ein entsprechendes Konzept müsse mit Fachplanern entwickelt werden, meinte Stefanie Harms. Auch die Bürger sollten beteiligt werden. Konkreter äußerte sich Jonas Christopher Höpken. Er favorisierte ein großes Wohnbaugebiet mit vier- bis sechsstöckigen Gebäuden im Südwesten des ehemaligen Flugplatzes. Alexandra Reith gab zu Bedenken, dass vor einer Beplanung zunächst die Finanzierung der Altlastensanierung geklärt sein müsse.
Für eine über den Fliegerhorst führende Straßenverbindung zwischen der Alexanderstraße und der Ammerländer Heerstraße sprach sich Manfred Drieling aus und war sich mit den meisten Politikern einig. Widerspruch kam aber von Alexandra Reith. Sie lehnte eine neue Verbindung aus finanziellen und ökologischen Gründen ab.
Uneinig war sich das Podium auch beim Solarpark auf dem Fliegerhorst. Krogmann will auf der vorgesehenen Fläche (zum Großteil Landebahn) lieber Wohnungen bauen. Für Esther Niewerth-Baumann überwogen die finanziellen Vorteile. Durch den Solarpark könne die Stadt in den nächsten 25 Jahren Einnahmen erzielen.
Für den Wohnungsbau möchten die Politiker auch Flächen der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne nutzen. Daneben soll es dort auch Gewerbe und Freizeiteinrichtungen geben. Die Unterbringung von Asylbewerbern in den ehemaligen Kasernen sah die Mehrzahl auf dem Podium als notwendige Übergangslösung. Alle sprachen sich aber für eine dezentrale Unterbringung aus. Den mehrfach geäußerten Vorwurf, die Stadt habe versäumt, mit dem Ammerland frühzeitig über die Asylbewerberunterkunft auf dem Fliegerhorst zu sprechen, wies Niewerth-Baumann zurück: Die Informationspolitik der Stadt war gut.
Den geplanten Windpark in Bornhorst befürworteten sowohl Krogmann als auch Harms. Reith und Höpken können sich im Höchstfall drei bzw. vier Windräder vorstellen. Niewerth-Baumann will erst das Votum ihrer Fraktion abwarten, und Drieling sieht noch Diskussionsbedarf mit den Bürgern.
Eine Aufzeichnung der Diskussion zeigt der Lokalsender Oeins an diesem Freitag und Sonnabend jeweils ab 20 Uhr.
