WAHNBEK/IPWEGE/WM - „24 Hektar Natur vor den Toren Loys werden platt gemacht“, kritisiert Josef Muhr, einer der Sprecher der Initiative gegen das Industriegebiet an der B 211. Ein Industriegebiet sorge für zusätzliche Lärm- und Schadstoffbelastungen, und zwar selbst dann, wenn keine Großanlagen mit rauchenden Schloten gebaut werden. Allein die Abgase und der Abrieb an Bremsen und Reifen der Lastzüge würden für unzumutbare Emissionen nicht nur in unmittelbarer Nähe zur B 211 sorgen, sondern bis weit in die gesamte Gemeinde Rastede hineinreichen. Das dürfe nicht verharmlost und schon gar nicht vergessen werden.
Muhr, der sich intensiv mit den Gutachten und Stellungnahmen im Rahmen des Verfahrens auseinander gesetzt hat, verweist auch auf das immer noch gültige Raumordnungsprogramm, das Rastede eher eine Aufgabe zur Wohnbebauung als zur Gewerbe- und Industrieansiedlung zuweise.
Kritik übt Muhr auch an den geplanten Ausgleichsflächen, „die eigentlich gar keine sind“ – weil sie entweder im Moor lägen oder zerstückelt seien.
Gesundheitliche Schäden befürchtet Magdalena Bode-Wilbers mit Blick auf Langzeitstudien, die an Industriestandorten angefertigt worden seien. Und um diesen Preis dürften keine Arbeitsplätze geschaffen werden.
Dabei sprechen sich die Gegner – darunter auch Martina Muhr – nicht gegen eine Erweiterung des jetzigen Gewerbegebietes am Nordkreuz aus. Wilbers: „Wir sind keine weltfremden Querulanten, wir sind bereit, Verantwortung mitzutragen, wollen gemeinsam einen Kompromiss finden.“ Hier aber, so fügt Josef Muhr hinzu, „wird ein Konfliktpotenzial geschaffen, das in die nächsten Dekaden hinein wirkt“. Selbst wenn dem heutigen Rat Glauben geschenkt werde: „Wir wissen nicht, wie sich der nächste Bürgermeister, der nächste Rat verhalten wird.“
