WAHNBEK - „Der Ausbau der Kindertagespflege ist ein bedeutender Faktor für den regionalen Arbeitsmarkt“, erklärt Heike Loers, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Oldenburg. In Kooperation mit der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) hatte sie einen Lehrgang gefördert, der 13 Frauen für die Kindertagespflege qualifiziert hat. Am Mittwoch erhielten die Frauen aus Rastede, Oldenburg, Hude, Brake, Berne und Jaderberg ihre Zertifikate. Dafür hatten sie acht Wochen lang von montags bis freitags die „Schulbank“ gedrückt – in der „Alten Sparkasse“ in Wahnbek, in der Magdalena Bode-Wilbers als Heilpraktikerin (Psychotherapie), Systemische Therapeutin, Gesundheitsmanagerin und Supervisorin tätig ist. Als weitere Dozentin stand ihr Ausra Kluge zur Seite.

Heike Loers nannte den Hintergrund der Maßnahme: Das vom Bund aufgelegte „Aktionsprogramm Kindertagespflege“ solle dazu beitragen, mehr Personal für die Tagespflege zu gewinnen, die Qualität der Betreuung deutlich zu steigern und das Berufsbild insgesamt aufzuwerten. Das ist ganz im Sinne von Magdalena Bode-Wilbers, die sich seit langem dafür einsetzt, das die Kindertagespflege als Beruf anerkannt wird: „Dafür kämpfen wir weiter.“ Verbessert werden müsse aber auch die Honorierung. Stundensätze von 3 bis 4 Euro seien bei dieser verantwortungsvollen und aufwendigen Tätigkeit zu wenig.

Die Agentur für Arbeit kooperiert mit ihrem Programm nicht nur mit verschiedenen Bildungsträgern – in diesem Falle mit der LEB – sondern auch mit den Jugendämtern und den Grundsicherungsstellen. Das Amt will zum einen Arbeit schaffen, zum anderen Beschäftigung sichern, „denn Arbeitgeber wünschen sich zunehmend flexibel Beschäftigte. Die Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter mache es berufstätigen Eltern möglich, diesen Anforderungen nachzukommen.“ Somit sei die Kindertagespflege ein entscheidender Baustein für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Und sie ist ganz offensichtlich auch notwendig. Einige der Frauen, die nun die 160 Stunden dauernde Ausbildung abgeschlossen haben, haben bereits jetzt Betreuungsanfragen erhalten. „Die Nachfrage ist sehr groß“, weiß Heike Loers.