WALLDORF - SAP hat den Befreiungsschlag geschafft. Nachdem Europas größter Softwarehersteller durch die Industriespionagevorwürfe des Erzrivalen Oracle arg in Bedrängnis geraten war, legte der Walldorfer DAX-Konzern am Donnerstag starke Zahlen für das zweite Quartal vor.
Damit schaffte der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware nicht nur eine Korrektur seines zuletzt arg angekratzten Images. SAP gelang auch es auch, die Talfahrt an der Börse zu stoppen. Die Aktie gehörte gestern zu den Tagesgewinnern.
Trotz der positiven Trendwende kamen von Vorstandschef Henning Kagermann keine triumphalen Gesten. „Wir haben unser Ergebnis mit organischem Wachstum erreicht und liegen beim Marktanteil klar vor Oracle“, war nahezu der einzige Kommentar zu dem US-Konzern.
Der kann noch Ärger machen. Die Klage von Oracle-Chef Larry Ellison wegen Diebstahls geistigen Eigentums liegt weiter wie ein Schatten über der Walldorfer Softwareschmiede.
Im zweiten Quartal hat SAP den Umsatz um zehn Prozent auf 2,4 Milliarden und das Betriebsergebnis ebenfalls um zehn Prozent auf 577 Millionen Euro ausgebaut. Die Software-Lizenzerlöse schnellten um 18 Prozent auf 715 Millionen hoch.
