Sandelermöns - Wallhecken sind landschaftsprägende Elemente einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft. Das wissen auch die Landwirte in Cleverns-Sandel und wollen sich per Förderprogramm bei Erhalt und Entwicklung ihrer Wallhecken unterstützen lassen. Das bisher für Ostfriesland bestehende Programm ist vor kurzem vom Land auf das Oldenburger Land ausgeweitet worden.

Schon am Mittwoch trafen sich Mitglieder des Landvolkvereins Cleverns-Sandel-Möns im Vereinsheim Sandelermöns zur Information über das Förderprogramm. Dr. Jürgen Brand von der Oldenburgischen Landschaft, die verantwortlich zeichnet für Beratung und Erstkartierung, und Landschaftspfleger Jens Eden vom Landkreis erklärten Fördervoraussetzungen und Antragsverfahren.

In der Altgemeinde Cleverns-Sandel prägen Wallhecken von rund 106 Kilometern Länge das Landschaftsbild. Die größte Dichte im Stadtgebiet von Jever tritt im Bereich Sandelermöns auf, wo ca. 76,7 Kilometer Wallhecken Windschutz und ein Refugium für Tiere bilden. „Die Wälle zu erhalten und zu pflegen, erhält in der heutigen Zeit eine besondere Bedeutung“, sagte Bernd Melchers. Allerdings kostet die Pflege die Bauern Zeit und Geld und sie haben Mindererträge, weil Wallhecken Schatten auf Äcker werfen.

„In anderen Gebieten Niedersachsens sind etwa 80 Prozent der Wallhecken in ihrer Substanz gefährdet – das trifft auf Cleverns-Sandel nicht zu“, lobte Melchers seine Berufskollegen. Er forderte dazu auf, die Fördermittel zu nutzen und so noch umfassender Umweltschutz zu praktizieren.

Skepsis, Vorbehalte und auch Zustimmung zur Wallhecken-Pflege hörten Brand und Eden von den Teilnehmern. Eden betonte, das Programm sei keine Gängelung der Landwirte durch die Naturschutzbehörde. Die Bäume und Sträucher dürfen aufgeastet werden, um die Bewirtschaftung der angrenzenden Nutzflächen zu ermöglichen. Ausgeschlossen sind dagegen Überweidung, unsachgemäße Pflege, Kahlschläge und Abpflügen der Wälle. Zum Ziel der Maßnahme gehört auch, dass alle zehn Meter ein Baum stehen bleiben muss.


Seit Anfang September ist die Antragstellung möglich, bei der Frieslands Landwirte unterstützt werden von Jens Eden als Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde (Kontakt: Tel. 04461/919 50 60, E-Mail j.eden@friesland.de). Die jeweiligen Maßnahmen werden vor Ort mit einer Bewertungskommission besprochen und vereinbart.

Die Bewertung der Anträge erfolgt unter Mitwirkung des Landkreises, des Kreislandvolks und Naturschutzverbände. Bewilligungsbehörde ist der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Betriebsstelle Brake/Oldenburg.