Huntorf - Beim Anblick des oberirdischen Teils der EWE-Gasspeicheranlage Huntorf mag man es kaum glauben: Unter dem Boden, über den eine kleine Delegation der FDP am Dienstagabend wandelte, ist Platz für rund 316 Millionen Kubikmetern Erdgas. Auf seiner Sommerreise machte der Landtagsabgeordnete Horst Kortlang aus Moorriem zusammen mit Angelika Brunkhorst, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 28, und Kreisgeschäftsführer Hayo Sieckmann bei der Speicheranlage an der Großen Hellmer Halt.

Brunkhorst ist Sprecherin für Naturschutz und Reaktorsicherheit der FDP-Bundestagsfraktion und somit Expertin für Energiefragen. Die drei wurden von Heinz Berger, zuständig für den Betrieb der Gasspeicher der EWE, über das Gelände geführt.

Die EWE Gasspeicher GmbH ist seit rund einem Jahr ein eigenständiges Unternehmen und lagert Erdgas für Händler und Versorger ein. Hier befindet sich also nicht nur Gas der EWE. Im Sommer wird naturgemäß mehr Gas ein- als ausgespeichert.

Die Gasspeicheranlage in Huntorf ist die älteste der vier Großspeicher. 1972 wurde die erste Kaverne in Betrieb genommen, heute gibt es sieben – darunter die größte Erdgaskaverne in Deutschland.

Um eine Kaverne zu erschließen, werden zuerst seismische Untersuchungen durchgeführt, dann kann gebohrt werden. Durch das Ausspülen des Salzes – dem sogenannten Solprozess – entstehen dann Hohlräume mit einem Volumen von bis zu 1 000 000 Kubikmeter je Kaverne. In die fertigen Kavernen wird dann mit hohem Druck Erdgas gepresst. Je nach Bedarf kann später ein- und ausgespeichert werden.


Den Besuch bei der EWE hatte Siekmann ausgewählt. „Ich glaube, das ist ein interessantes Thema“, sagte er.