Wangerland - Die ganz große Rendite ist nicht zu erwarten: Auf 2 bis 2,5 Prozent pro Jahr auf die gezeichneten Anteile der Genossenschaftsmitglieder kommt Dieter Behrens-Focken – „und zwar bei sehr vorsichtiger, konservativer Kalkulation“. Behrens-Focken ist geschäftsführender Vorsitzender der Genossenschaft „Bürgerwind Wangerland“. Sie hat sich Ende September gegründet mit dem Ziel, die vom Gemeinderat Wangerland beschlossene Bürgerbeteiligung von 51 Prozent am Windpark umzusetzen.

Die Genossenschaft

Die Genossenschaft „Bürgerwind Wangerland eG“ hat sich am 26. September gegründet und Aufsichtsrat Vorstand gewählt, Ziel ist, Bürgerbeteiligung am Windpark zu ermöglichen.

Den Aufsichtsrat bilden:  Reiner Tammen, Tischlermeister (Vorsitzender)  Klaus Lammers, Rentner (stv. Vorsitzender)  Ellmer Cramer, Freiberufler  Michael Kutsche, Bankbetriebswirt Jens Wilken, Fachmakler für Agrarimmobilien
Der geschäftsführende
Vorstand besteht aus  Dieter Behrens-Focken, Landwirt (Vorsitzender) Immo Müller, Tierarzt/ Geschäftsführer (Stv.)

Ein öffentlicher Infoabend für alle Wangerländer beginnt am Montag, 21. Oktober, um 19.30 Uhr im Kursaal Horumersiel. Dann stellt sich die Genossenschaft „Bürgerwind Wangerland“ vor und erklärt, wie die Zeichnung von Anteilen funktioniert.

Vier Windräder drehen sich zwischen Waddewarden und Haddien. Ursprünglich geplant hatte die Gemeinde bei ihrem Windpark-Projekt mit 14 Anlagen an zwei Standorten. „Das wäre wirtschaftlich betrachtet viel ergiebiger gewesen“, sagt Behrens-Focken. Gegen den Bau der Windparks südlich von Hohenkirchen und südlich von Tettens hatte der Nabu erfolgreich geklagt. Deshalb besteht der Windpark Wangerland nun nur aus vier Anlagen, die von der Gesellschaft BEW – Bürgerenergie Wangerland – verwaltet werden.

So funktioniert die Zuteilung

Von den 2448 zu zeichnenden Anteilen am Windpark (à 500 Euro) wird pro Verteilungsrunde jedem Interessent ein Anteil zugeteilt. Das geschieht so lange, bis alle Anteile vergeben sind oder die maximale Anteilsmenge eines Interessenten erreicht ist.

Der Vorteil: Jeder kann sich schon mit der Mindesteinlage von 500 Euro beteiligen und erhält auf jeden Fall einen Anteil. Die maximale Anteilszeichnung wurde auf 999 Anteile festgesetzt.

Von BEW übernimmt die Genossenschaft Bürgerwind 51 Prozent Beteiligung. Das entspricht 1,22 Millionen Euro. Und diese Summe gilt es, bis Anfang Dezember zusammenzubekommen. Bei einer Mindest-Einlage von 500 Euro sind 2448 Anteile insgesamt zu vergeben.

„Wir wissen, dass unsere Rendite nicht die größte ist, aber wir bieten mit der vergleichsweise geringen Mindest-Einlage dennoch allen die Möglichkeit, sich zu beteiligen“, sagt Behrens-Focken.

Die Möglichkeit, der Genossenschaft beizutreten, haben alle Wangerländer Bürgerinnen und Bürger am Montag, 21. Oktober, bei einem Infoabend ab 19.30 Uhr im Kursaal Horumersiel. Anteile zeichnen kann jede Person ab 18 Jahren, die seit mindestens einem Jahr Erstwohnsitz in der Gemeinde Wangerland hat. Bis 18. November haben Interessierte dann Zeit, der Genossenschaft beizutreten und die Zahl der Anteile zur Zeichnung mitzuteilen.

Nach Sichtung des Zeichnungsinteresses werden die Anteile im Rundenverfahren zugeteilt und alle Zeichner erhalten Nachricht, wie viele Anteile sie erhalten haben. Bis 2. Dezember soll dann auch das Finanzielle abgeschlossen sein. Und dann kann am 1. Januar das erste Geschäftsjahr der Bürgerwind-Genossenschaft beginnen – wenn denn alle 2448 Anteile gezeichnet wurden.

Denn besteht zu wenig Interesse an einer Zeichnung, löst sich die Genossenschaft direkt wieder auf. „Wir müssen als Genossenschaft maßgeblichen Einfluss auf die Betreibergesellschaft BEW haben – und das geht nur bei einer Anteilsmehrheit von mindestens 51 Prozent. Können wir diese mehrheit nicht stellen, ist das Projekt Bürgerbeteiligung erledigt“, erklärt Behrens-Focken.


Genossenschafts-Vorstand und Aufsichtsrat um Vorsitzenden Reiner Tammen hoffen deshalb, dass sich genügend Wangerländer finden, die Anteile am Windpark zeichnen. „Wir haben auf jeden Fall die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich möglichst viele Bürger schon mit kleinen Beträgen beteiligen können“, so Tammen.