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Projekt Zeigen, dass Hunde hier willkommen sind

Wangerland - Er ist ein Dauerthema im Wangerland und führt immer wieder zu Konflikten: der Hund. Auf der einen Seite stehen die Hundehalter – sie sehen ihre Tiere als gleichwertig an, als Familienmitglied und Partner. Und auf der anderen Seite stehen Menschen ohne Hund – die Tiere wirken auf sie oft störend oder gar gefährlich: das hat zumindest Hundetrainer Eric Jonas beobachtet. Und dagegen will er etwas tun.

Seit zwölf Jahren führt Jonas gemeinsam mit einer Kollegin die Hundeschule PfotenDynamic. Bisher sind sie überwiegend in Wilhelmshaven unterwegs, das soll sich aber ändern. Mit einer Mitstreiterin aus Hooksiel haben die beiden Hundetrainer die Initiative „AttrAKTIVE Hundefreizeit Wangerland“ gegründet – und ein eigenes Hundekonzept für das Wangerland ausgearbeitet.

Der Reine Hundestrand

„Unsere Idee ist, aus dem Hundestrand in Schillig einen ,richtigen‘ Hundestrand zu machen“, sagt Jonas. Das würde bedeuten: der Strandabschnitt wird zur Hundebadestelle umfunktioniert. Auf dem gut 33 000 Quadratmeter großen Strandabschnitt dürften Hunde frei herumlaufen. Es müsste eine klare Trennung zum übrigen Strand geben. Die Nutzung des Hundestrands wäre gebührenpflichtig, da Dienstleistungen angeboten werden – Müllentsorgung, Bereitstellung von Kotbeuteln, Wasserversorgung.

„Wir haben bei Facebook sogar schon eine Umfrage gestartet“, berichtet Jonas. Die sei zwar nicht repräsentativ, gebe aber schon ein Stimmungsbild wieder, meint er: „Von 100 Befragten haben 87 Teilnehmer geantwortet, dass sie durchaus bereit wären, Gebühren für solch einen richtigen Hundestrand zu zahlen.“

Festgelegte Zeiten

Im Gegenzug für die Schaffung des ,richtigen‘ Hundestrands in Schillig sollen nach dem Konzept von Jonas und seinem Team die Hundestrände in Hooksiel und Horumersiel wegfallen. Wobei: „Laut Gesetz ist auch hier – wie an allen Stränden – ein angeleinter Zutritt der Hunde trotzt Schilder legitim“, sagt Jonas. „In der Nebensaison, also von November bis Februar, ist zudem ein leinenfreier Zutritt angedacht.“


Zudem ist im Konzept vorgesehen, Zeiten festzulegen, in denen am Freizeitgelände Hooksmeer die Hunde ohne Leine zugelassen sind. „In den Parkanlagen in Schortens gibt es diese Vorgabe schon seit 2009 und das zeigt: es funktioniert.“

In den Schortenser Anlagen besteht eine Anleinpflicht von 9 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr. „Durch diese Regelung sind negative Begegnungen zwischen Hundebesitzern und Nichthundebesitzern weniger geworden.“

Für das Gebiet am Hooksmeer schlägt Jonas eine Anleinpflicht von 8 bis 12, von 14 bis 19 und von 21 bis 6 Uhr vor. „Am Hooksmeer gibt es an verschiedenen Stellen die Möglichkeit, den Hund ins Wasser zu lassen. Diese Stellen liegen in Sackgassen, wo der normale Fußweg nicht hinführt.“ Auch hier würden Konflikte zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern vermieden werden.

Hundeaktivfläche

Zusätzlich möchten die beiden Hundetrainer der Hundeschule auf der Fläche neben der Jaderennbahn in Hooksiel eine „Hundeaktivfläche“ schaffen. Die soll in vier Abschnitte aufgeteilt sein:

 Servicebereich mit Betreuung durch Hundetrainer

„DoCroJo-Bereich“  

 Aktivzone für kleine Hunde

 Aktivzone für größere Hunde

Das „DoCroJo“ muss Jonas erklären: Es steht für „Dog Cross Jogging“ und ist eine Art Parcours, der von Hundehalter und Hund gemeinsam bestritten wird. „Man kann hier verschiedenste Hindernisse einbauen“, sagt Jonas und nennt Beispiele: ein Sumpf, Rundstrohballen, ein Tunnel, eine Kriechgrube, Reifen, eine Rutsche, Baumstämme – und noch vieles mehr. „Drumherum kann man ebenfalls noch vieles einrichten, zum Beispiel ein Laufgeschirrverleih für den Parcours“.

Warum das ganze?

Eric Jonas findet: Der Bereich „Hund“ ist im Tourismus im Wangerland noch nicht sehr gefestigt. „Es gibt zwar Aufenthaltsorte für Touristen und Einheimische, an denen auch Hunde zugelassen sind – aber sie vermitteln nicht den Eindruck, dass die Hunde dort wirklich willkommen sind.“ Alle Ideen – der Hundestrand in Schillig, die festgelegten Anleinzeiten und auch die Hundeaktivfläche – würden ein Gesamtbild geben, das diesem Eindruck entgegensteht. „Wir sehen hier eine richtige Chance für das Wangerland“, meint Jonas.

Das Konzept sei eine Alternative zu den geplanten Freilaufflächen. „Aufgrund der hohen Kosten und des teilweise negativen Images werden schon vorhandene Freilaufflächen in Schortens und Wilhelmshaven nur wenig genutzt“, sagt der Hundetrainer.

Die Ideen hat Jonas bereits Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena vorgestellt sowie der Grünen-Fraktion. Auch die anderen Fraktionen sollen informiert werden. Zudem ist die WTG (Wangerland Touristik GmbH) mit ins Boot geholt worden, vor allem für die Gestaltung der Hundeaktivfläche.

Einige haben bereits positive Rückmeldung gegeben, andere befassen sich derzeit noch mit dem Konzept von Jonas und seinem Team. „Aber ich würde mich natürlich freuen, wenn das Konzept vorangetrieben werden könnte.“

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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