WANGEROOGE - Die Gruppe SPD/Grüne im Wangerooger Rat hat beantragt, das Thema „Ortsnaher Hafen“ aus der mittel- und langfristigen Ortsplanung zu streichen. Zugleich fordert die Gruppe die Bahn AG auf, Investitionen in logistische Verbesserungen, etwa die Anhebung der Gleise, behindertengerechte Zugänge und den Koffertransport, vorzubereiten.
Laut Gruppensprecher Uwe Osterloh ist die Realisierung des ortsnahen Hafens innerhalb zehn bis 15 Jahren unrealistisch, die ermittelten Kosten von 40 bis 45 Millionen Euro würden vom Land nicht finanziert. „Der Gemeindeanteil und die Folgekosten übersteigen die zumutbare Belastbarkeit der Bürger erheblich“, so Osterloh.
Der SPD/Grüne-Gruppe zufolge behindert der ortsnahe Hafen zudem notwendige Investitionen am Wangerooger Hafen in Höhe von 12 bis 15 Millionen Euro. „Diese von DB Netz und N-Ports erwarteten Maßnahmen werden jedoch bei der derzeitigen Diskussion nur zögerlich geplant“, sagte Osterloh.
Er verweist auf Nachteile eines ortsnahen Hafens: Wangerooge würde mit der Bahnfahrt ein Alleinstellungsmerkmal verlieren, das Verkehrsaufkommen durch Material- und Personentransport auf der Straße zum Westen würde erheblich steigen und die Lärmbelästigung im Ort würde zunehmen. Weder sei bei einem ortsnahen Hafen eine Reduzierung des Fahrpreises zu erwarten noch würde das Zeitfenster für Fahrten zur Insel größer.
„Die Idee des ortsnahen Hafens bindet in allen Gesprächen und Vorbereitungen viel Verwaltungsarbeit auf Gemeinde- und Landkreisebene. Unsere Verwaltungsmitarbeiter sollen sich mit umsetzbaren und notwendigen Aufgaben beschäftigen“, schließt die Erklärung der Gruppe SPD/Grüne.
