WANGEROOGE - Die Inseltombola 2009 hat 14 695,43 Euro eingebracht. Das berichtete Wangerooges Bürgermeister Holger Kohls am Dienstagabend im Jugend- und Kulturausschuss. Die Tombola, die wieder von Detlef und Anni Schulz organisiert worden war, war bereits nach sieben Tagen ausverkauft (die NWZ ) berichtete.

2007 und 2008 waren die Tombola-Erlöse angespart worden, um einen Grill- und Lagerfeuerplatz in den Dünen anzulegen, der jedoch nicht gebaut wurde. Deshalb verteilte der Ausschuss am Dienstag insgesamt 31 711 Euro an Einrichtungen auf der Insel: Für 4000 Euro soll ein Lagerfeuerplatz am Sportplatz angelegt werden, für 7000 Euro wird an der Ecke Charlotten-/Zedeliusstraße eine Informationsstele errichtet. Sie ersetzt die frühere Litfaßsäule

Weitere Mittel fließen in den Bau der Brücke am Dorfdeich Süd (6000 Euro), an den Beirat 60 Plus und den Jugendtreff (jeweils 1000 Euro), in ein neues Spielgerät vor dem Spielhaus (3000 Euro), eine Neuauflage der Chronik „200 Jahre Seebad Wangerooge“ (5000 Euro) und den Aufbau der Sandsteinwelle am Platz am Meer (500 Euro). Der Rest der Tombola-Erlöse wird für weitere Hinweisschilder im Inseldorf verwendet.

Einigung bei Stolpersteinen

Grünes Licht hat der Ausschuss dem Projekt „Stolpersteine“ von Insel-Jugendlichen gegeben: Die Gruppen CDU/UWW und SPD/Grüne einigten sich darauf, dass die Stolpersteine zur Erinnerung an die beiden jüdischen Familien auf Wangerooge in der Einmündung der Elisabeth-Anna-Straße in die Zedeliusstraße eingesetzt werden.


Abgelehnt hat der Ausschuss die Übernahme des Defizits von 14 649,66 Euro des ev. Insel-Kindergartens aus 2008. Zwar muss die Gemeinde laut Vertrag mit der ev. Kirche Defizite ausgleichen, doch Kohls zufolge sind einige Abrechnungsposten nicht nachvollziehbar: „Zum Teil sind Haushaltsposten für Spielmaterial und Ausstattung um 100 Prozent überzogen“, sagte Kohls. Nun sollen mit der ev. Kirche Gespräche geführt werden, wie mit der Abrechnung umzugehen ist.

Auch der seit zwei Jahren schwelende Konflikt mit dem Landkreis über den Betrieb der Kinderkrippe geht in eine weitere Runde: Wie berichtet, hat sich die Gemeinde Wangerooge bisher geweigert, die neue Vereinbarung über Kindertageseinrichtungen zu unterzeichnen. Damit überträgt der Kreis die freiwillige Aufgabe „Kinderkrippe“ an die Gemeinde. Bisher lehnte der Rat die Unterzeichnung ab, weil die Kinderkrippen Aufgabe des Landkreises sind „und die Gemeinde immer draufzahlt“, so Kohls.

Kreis fordert Geld zurück

Nun fordert der Landkreis den Förderbetrag für die Einrichtung von Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige von 15 000 Euro pro Platz zurück. „Entstanden sind Kosten von rund 21 000 Euro pro Krippenplatz – und das, wo wir nicht finanzkräftig sind“, so Kohls. Der Landkreis soll die Finanzierung der Krippe selbst übernehmen, fordert die Gemeinde. Auch darüber sollen weitere Verhandlungen geführt werden.