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Flugplatz Wangerooge Seit 99 Jahren landen die Flieger

Theo Kruse

Wangerooge - Im kommenden Jahr besteht Grund zum Feiern: Am 22. Juli 1920 wurde vom Lloyd Luftdienst aus Bremen die Luftpostverbindung Bremen-Wangerooge eröffnet. „Das erste Flugzeug des heute eröffneten täglichen Luftpostdienstes Berlin-Bremen-Nordseebäder traf heute mittag um 11/14 Uhr nach vierstündigem Flug von Berlin über Bremen hier ein“, schreibt Inselchronist Hans-Jürgens Jürgens in seiner Wangerooger Chronik (Bd. VI).

Aus dem Doppeldecker mit dem Namen „Bremerhaven“ stiegen unter anderem Direktor Jordan vom Lloyd-Flugdienst und Dr. Bruno Schurig, Syndikus des Norddeutschen Lloyd, aus. Der Flug von Bremen hatte eine dreiviertel Stunde gedauert. Auf dem Rückflug nahm die Maschine wieder Postsäcke mit Briefen für Bremen und Berlin mit.

Per Doppeldecker

Der Lloyd-Luftverkehr Sablatnig nahm den Seebäderluftverkehr mit einem Doppeldecker auf, der aus dem zweisitzigen Weltkrieg-I-Nachtbomber „Savaltnig N 1“ entwickelt worden war. Während der Pilot in der offenen Kanzel den Flieger lenkte, saßen maximal vier Passagiere in einer wetterfesten Kabine mit Fenstern, Heizung und elektrischem Licht.

„Die Presse bezeichnete dieses erste Verkehrsflugzeug geringschätzig als Luftdroschke“, weiß Jürgens zu berichten. Der Luftpostdienst beförderte regelmäßig auch Fluggäste.

Zwölf Jahre später setzte die Lufthansa JU 52 – die „Tante Ju“ – für den Bäderflugdienst ein und bot schnelle Verbindungen von den Metropolen des Deutschen Reiches zur Insel an.

Ab 1934 Militärflüge

Ab 1934 rüsteten die Nationalsozialisten den Flugplatz zu einem Militärstandort auf. Auf Wangerooge wurden von der Luftwaffe Messerschmitt-Abfangjäger und Minensuchflugzeuge des Typs JU 52 stationiert.

Nach Kriegsende wurde die große Flughalle unbrauchbar gemacht, aber schon 1952 nahm der Flugplatz Wangerooge den Betrieb wieder auf. Als einzige Lebensader der Insel erwies sich die Landepiste in den Eiswintern der 1950er und 1960er Jahre, als Wangerooge mehrfach über Wochen und Monate nur aus der Luft zu erreichen war.

Tollkühne Piloten flogen Lebensmittel, Medikamente und sogar Briketts selbst bei widrigen Witterungsbedingungen zur Insel.

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