WANGEROOGE/HANNOVER - Auch bei der zweiten Beratung über die Schiffsanbindung Wangerooges im Landes-Ausschuss für Häfen und Schifffahrt am Dienstag in Hannover hat es keine Lösung im Zuständigkeitsproblem gegeben. Wie berichtet, sind die Bundesbehörde Wasser- und Schifffahrtsamt sowie die Landesbehörde N-Ports uneins, wer für die Ausbaggerung der Fahrrinne zuständig ist.

Frieslands SPD-Landtagsabgeordneter Olaf Lies hatte das Thema in den Ausschuss eingebracht, um ein für allemal die Zuständigkeit zu klären und die Anbindung Wangerooges zu verbessern.

Knackpunkt Hafeneinfahrt

Knackpunkt ist die Hafeneinfahrt, stellte sich im Gespräch mit N-Ports und WSA heraus: Während der Hafen selbst von N-Ports unterhalten wird und die Bundeswasserstraße vom Ende des Leitdamms bis kurz vor dem Wangerooger Hafen sogar tideunabhängig befahren werden könnte, fühlt sich für das Teilstück der Hafeneinfahrt niemand zuständig. Dennoch lässt N-Ports dort bei Bedarf baggern, wenn, wie im vergangenen Jahr, Schiffe aufzulaufen drohen.

Antrag auf Gutachten


„Das ist in Anbetracht der Abhängigkeit der Insel von der Fährverbindung zu wenig“, betont Lies. Angesichts der weiter unklaren Zuständigkeit kündigte er an, sich nun direkt mit Wirtschafsminister Philipp Rösler (FDP) in Verbindung zu setzen, um eine Klärung zu erreichen. Da es in dieser Sache auch noch keinen direkten Kontakt des Wirtschaftsministeriums zum Bundesverkehrsministerium gegeben habe, will Lies Kontakt nach Berlin aufnehmen.

Sobald die Zuständigkeit geklärt ist, werde er ein Gutachten beantragen, das darstellt, mit welchen Maßnahmen eine tideunabhängige bzw. tideunabhängigere Anbindung Wangerooges ans Festland möglich ist. „Sobald die Kosten feststehen, wird es um die Bereitstellung der Mittel im Haushalt 2010 gehen“, kündigt Lies an. Bis zum Fahrwasser-Ausbaus müssten der Betrieb und damit die notwendigen Baggerarbeiten sicher gestellt sein.