WANGEROOGE - Pünktlich zur Herbst-Schutzdünenschau pumpte das Baggerschiff „Reynhart“ am Donnerstag erstmals Sand auf den Wangerooger Oststrand. Wegen der Verzögerung durch ein Leck in der Pumpleitung (die NWZ berichtete) wird die Maßnahme nun voraussichtlich Mitte Dezember abgeschlossen. Dann sind rund 570 000 Kubikmeter Sand im Bereich der Nordostdünen aufgespült.
Mit jedem der täglich fünf Spülgänge werden etwa 5600 Kubikmeter Sand durch die Rohre gepumpt. Die Gesamtkosten bezifferten Ralf Harms und Björn Gäbe vom Wasser- und Schifffahrtsamt auf ca. 4 Millionen Euro. Das Strandniveau soll dabei um einen bis eineinhalb Meter angehoben werden. Weitere Maßnahmen des WSA sind normale Buhneninstandhaltungsarbeiten im Westen der Insel, die nächste Woche beginnen sollen.
Den Verlust von etwa 20 000 Kubikmetern Sand an der Schutzdüne Harlehörn bei der ersten Sturmflut in diesem Herbst Anfang Oktober bezeichnete Theo van Hoorn vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) als normale Verschleißerscheinung. Der Sandverlust stelle keine Schwächung der Schutzfunktion der Düne dar, da durch die insgesamt aufgespülten 130 000 Kubikmeter Sand die Stärke der Düne weiterhin gegeben und auch die geplante Sollstärke vorhanden sei.
Die Längsbauwerke in diesem Bereich haben laut van Hoorn ihre Aufgabe voll erfüllt: die normalen Hochwasser erreichen den Dünensockel nicht mehr. Um den enormen Sandflug auf der Düne Harlehörn zu unterbinden, plant das NLWKN eine Abdeckung der Düne.
Inzwischen liegen den Behörden auch die Daten der Bemessungswasserstände vor, die als Grundlage der Stärke und Höhe des Deckwerks unabdingbar sind. Die Wasserdruckstärkenmessung am Deckwerk ist mittlerweile auch erfolgt und ab 2010 sollen die Arbeiten em Deckwerk beginnen.
„Der Küstenschutzbericht wird bis zum Ende des Jahres dem Umweltministerium vorgelegt“, informierte van Hoorn. Handlungsbedarf sieht van Hoorn sicherlich in den Bereichen Dorfgroden- und Ostgrodendeich. Nach den gesetzlichen Bestimmungen muss bei einem Unterstick der Deiche von 20 Zentimetern gehandelt werden, betonte van Hoorn.
Wangerooges Bürgermeister Holger Kohl steht den Ergebnissen aus dem Küstenschutzbericht jedoch skeptisch gegenüber. Er geht davon aus, dass vor 2015 nichts geschehen wird, auch wenn seitens der Behörden und des Ministeriums Prioritäten festgelegt worden sind.
