Wangerooge - Der Küstenschutz lag der Grünen-Bundestagsabgeordneten Katja Keul bei ihrem Besuch auf Wangerooge besonders am Herzen: Bei einem Treffen mit Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos), Ratsvorsitzender Bärbel Herfel (CDU) und stellvertretendem Ratsvorsitzenden Peter Kuchenbuch-Hanken (Grüne) zeigte sich Keul sehr interessiert für die Ideen von Rat und Verwaltung, langfristig durch die inselnahe Verklappung des Baggerguts aus der Jade eine Erhöhung des Vorstrands herbeizuführen, die Sandverlusten entgegenwirken soll.
„Eigentlich sind wir durch die vielen Erneuerungen an den Küstenschutzeinrichtungen der vergangenen Jahre auf Wangerooge ja gut aufgestellt, wenn nicht die jährlich wiederkehrenden Sandverluste am Hauptstrand und an den Nord-/Ostdünen wären“, erläuterte Bürgermeister Fangohr. Das eine führt zu ständiger finanzieller Überstrapazierung des Gemeindehaushalts, das andere kann mittelfristig die Sicherheit der Inselbevölkerung gefährden.
Bislang wird Baggergut aus der Jade – bis zu 7 Millionen Kubikmeter im Jahr – bei Helgoland verklappt. Der Saugbagger „Nordsee“, der jedes Jahr immerhin 3 Millionen Kubikmeter Sand aus dem Jadefahrwasser holt, könnte den mit seinem geringen Tiefgang nordwestlich von Wangerooge in einer ehemaligen Sandentnahmestelle verklappen.
Diese Entnahmestelle soll mit für die Schäden an den Nord-/Ostdünen verantwortlich sein. Aus der ehemaligen Entnahmestelle wurde Mitte der 80er Jahre der Weststrand aufgespült. Sie hat sich im Lauf der Jahre zu einer Wasserrinne entwickelt, die auf den Nord-/Oststrand von Wangerooge zuläuft. Bei Sturm werden dort dann enorme Wassermassen in Bewegung gesetzt, die weitgehend ungebremst auf den Strand treffen.
„Das wurde uns schon vor Jahren vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Norden mit entsprechenden Messungen so bestätigt und ist auch nichts Neues“, so Peter Kuchenbuch-Hanken. Die Wasserstraßenverwaltung, zuständig für die Ausbaggerung des Jadefahrwassers, lehne bislang die inselnahe Verklappung jedoch ab, da befürchtet wird, dass der Sand von dort sehr schnell wieder in Jadefahrwassser vor Wangerooge gespült werden könnte.
Katja Keul nimmt diese Anregungen nun mit nach Berlin und versucht beim zuständigen Verkehrsministerium für die Wünsche der Wangerooger nach einer Lösung zu suchen.
Nach dem offiziellen Termin zeigten Lars Schrell und Peter Kuchenbuch-Hanken von den Grünen Wangeroogern der Bundestagsabgeordneten bei einer Radtour, wo den Insulanern bei den Küstenschutzeinrichtungen am Strand der Schuh drückt.
