WANGEROOGE - Die Harlingerland der Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge ist am Mittwoch pünktlich um 12.30 Uhr in den Hooksieler Hafen eingelaufen. An diesem Donnerstag soll sie morgens mit Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs beladen werden und dann nach Wangerooge zurückkehren.
Bei den Lieferanten und Speditionen ist Improvisationstalent gefragt: Die bestellte Ware muss nach Hooksiel umgeleitet und in spezielle Container für das Passagierschiff geladen werden. Nach Angaben der Bahn werden mit der Fähre ab Hooksiel an diesem Donnerstag keine Passagiere befördert.
Am Dienstag war der Versuch, Fracht per Schiff von Neuharlingersiel zur Insel zu bringen, gescheitert. Die Wangerooger Fähre musste zwischen Spiekeroog und dem Festland umdrehen, nachdem sich vor ihr bereits die Spiekeroog-Fähre im Eis festgefahren hatte. Wie berichtet, wurde der Fährverkehr zwischen Harlesiel und Wangerooge vor einer Woche eingestellt, weil Eis die Fahrrinne verstopft.
Versorgungsfahrten
Ende der 1980er Jahre hat die Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge schon einmal Versorgungsfahrten für die Insel von Hooksiel aus unternommen. Die Harlingerland soll im Wangerooger Hafen liegen bleiben. Bleibt das Fahrwasser nach Harlesiel wegen Eisgangs unbefahrbar, soll möglicherweise am Sonnabend eine weitere Versorgungsfahrt nach Hooksiel unternommen werden.
Unterdessen transportierten am Mittwoch die Inselflieger der Luftverkehr Friesland-Harle neben Passagieren auch wieder Post, Lebensmittel und Baustoffe auf die Insel. Die Inselflieger sind mit drei Maschinen im Dauereinsatz, um den Ausfall der Fähren zu kompensieren. Geflogen werden darf ausnahmsweise auch während der Mittagszeit.
Die Versorgungslage ist nicht schlecht auch wenn Radio- und Fernsehsender etwas anderes berichten, betonte Wangerooges Bürgermeister Holger Kohls.
Reaktionen mit Humor
Viele Einwohner Wangerooges witzeln inzwischen über besorgte Nachfragen wegen angeblicher Versorgungsengpässe. Schon ein paar Mal haben mich Freunde gefragt, ob sie mich mit Care-Paketen versorgen sollen, berichtete ein Insulanerin. Wenn es kein Brot mehr gibt, essen wir eben Torte, sagte eine Insulanerin.
Die ständigen Medienanfragen würden zurzeit viel Arbeitskraft binden, sagte der Bürgermeister. Aber es ist gut, dass Wangerooge im Gespräch ist, so Kohls.
Allerdings berichteten Verkehrsverein und Kurverwaltung von immer mehr Stornierungen. Offenbar führen Berichte, dass Wangerooge vom Festland abgeschnitten sei, dazu, dass Urlauber ihren Insel-Aufenthalt aus Sorge über Versorgungsengpässe absagen.
Dabei hatte der Spar-Markt am Mittwoch nochmals 4000 Kilogramm Lebensmittel per Flugzeug auf die Insel bringen lassen. Der Frische-Markt wird an diesem Donnerstag per Schiff beliefert.
