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Inselverkehr „Leute wollen kürzeste und schnellste Verbindung“

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WANGEROOGE - Die „MS Harlingerland“ hat am Donnerstag pünktlich den Wangerooger Hafen erreicht. Am Morgen war das Schiff der Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge im Hooksieler Hafen mit Gütern des täglichen Bedarfs beladen worden, die auf der Insel per Bahn vom Anleger ins Dorf gebracht wurden.

Die Versorgungsfahrt nach Hooksiel war notwendig geworden, weil seit einer Woche der Fährverkehr zwischen Harlesiel und Wangerooge wegen Eisgangs ruht (die

NWZ

  berichtete).

Unterdessen hat Gerd Gerdes, Vorstandsmitglied im Verkehrsverein Wangerooge, kritisiert, dass die Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge sich nicht rechtzeitig auf das zugefrorene Fahrwasser eingestellt habe: „Es ist unverständlich, dass nicht beide zur Verfügung stehenden Schiffe nach Wangerooge verlegt wurden, um einen Notfahrplan zu erstellen“, so Gerdes.

Sowohl der Hafen Hooksiel als auch der Hafen Wangerooge seien bisher in jedem Winter problemlos schiffbar gewesen. „Warum richtet man dann also keine Ersatz-Fährverbindung von Wangerooge nach Hooksiel ein?“, fragt er.

Gerdes beklagt, dass das auf der Insel ohnehin kostspieligere Leben nun noch teurer werde, weil benötigte Güter per Flugzeug statt per Schiff nach Wangerooge transportiert werden müssen. Wie berichtet, hatte der Spar-Markt pauschal 15 Prozent auf seine Preise aufgeschlagen, um Mehrkosten durch den Lufttransport zu kompensieren. Am Donnerstag wurde diese Pauschale nach Kritik wieder aufgehoben.

Laut Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis wäre die Verlegung des Fährverkehrs nach Wangerooge vom Hafen Harlesiel zum Hafen Hooksiel bei den Wetterbedingungen zurzeit zwar möglich, aber nicht sinnvoll. „Bei Eisgang besteht immer die Gefahr, dass sich ein Schiff im Eis festfährt – wir wollen das Risiko nicht eingehen, dass ein Passagierschiff evakuiert werden muss“, sagte er auf Nachfrage der

NWZ

 . Aus diesem Grund unternehme die Schifffahrt und Inselbahn bei extremen Wetterlagen nur Versorgungs- aber keine Passagierfahrten.

Auch von der Fahrzeit her sei eine Fährverbindung zwischen Hooksiel und Wangerooge – die nördlich der Insel durchs tiefe Fahrwasser führen würde – keine Alternative: „Die Leute wollen die kürzeste Verbindung, Fahrzeiten von rund 2,5 Stunden wären nicht akzeptabel“, so Meyer-Lovis.


Er wies zudem die Kritik zurück, dass zwischen Harlesiel und Wangerooge kein Eisbrecher eingesetzt wird: „Das Fahrwasser ist dafür viel zu niedrig“, betonte er. Das Problem sei nicht nur der Eisgang, sondern auch das extrem niedrig auflaufende Hochwasser: Der Ostwind sorgt dafür, dass die Flut sehr niedrig ausfällt – bei zu niedrigen Wasserständen können die beiden Wangerooge-Fähren ebenfalls nicht fahren.

NWZ

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