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Rückkehr Nach Wangerooge Ein Fitnessstudio muss her

Wangerooge - Wie das Leben so spielt: Eigentlich hatte Ramona Engelmeier ja als Floristin gearbeitet – und das unglaublich gern. Doch dann bekam sie Allergien: gegen Heu, Pollen und noch einiges mehr. Und am Ende musste sie ihre Arbeit an den Nagel hängen. So kehrte sie erst einmal wieder auf ihre Heimatinsel Wangerooge zurück – auf der lebt sie bis heute glücklich.

Nach der zehnten Klasse zog es Ramona Engelmeier erst einmal ans Festland. „Wie das in dem Alter so ist: ich wollte gern mal raus und etwas anderes sehen“, erinnert sich die heute 27-Jährige. Sie zog nach Oldenburg, absolvierte ihre Ausbildung zur Floristin und arbeitete dann noch vier weitere Jahre in Westerstede.

Doch schon zu Beginn bildeten sich langsam die Allergien aus, Ramona musste viele Tabletten dagegen einnehmen. „Und langsam wurde mir klar, dass das nicht auf Dauer so weitergeht. Wie soll ich vernünftig einen Strauß binden, wenn ich vieles gar nicht anfassen darf?“

Beruflich umorientieren

Obwohl sie den Beruf immer noch wunderschön findet und zu Weihnachten oder Hochzeiten von Freunden gern etwas dekoriert, war Ramona dann klar: sie sollte sich umorientieren. Aber in welche Richtung?

Sie entschied sich, vorübergehend wieder auf die Insel zu ziehen, zurück in ihr Elternhaus, und begann, in einem Kleidungsgeschäft und in einer Bäckerei zu arbeiten. Eigentlich suchte sie nach einem neuen Ausbildungsplatz am Festland – doch fündig wurde sie schließlich auf der Insel bei der Kurverwaltung. „2015 begann ich dort die neue Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement und merkte schnell: besser kann es nicht sein.“

So freut sich Ramona nicht nur über tolle Kollegen, sondern auch darüber, dass alte Schulfreunde ebenfalls auf der Insel leben oder zumindest regelmäßig auf die Insel zurückkehren. „Wenn wir uns wiedertreffen, dann hier – in unserer gemeinsamen Heimat.“ Und dieses wohlige Heimatgefühl sei es auch, was alle immer wieder zurückkehren lässt. „Ich weiß gar nicht so genau, wie ich das beschreiben soll. Es ist einfach nur schön hier.“


Das findet übrigens auch ihr Freund, der aus der Nähe von Frankfurt kommt und eigentlich nur mal eine Saison auf der Insel leben und arbeiten wollte. „Doch auch er hat schnell gemerkt, wie schön es hier ist und wie sehr es ihm gefällt“, sagt Ramona. Erst kürzlich hat sich das Paar zusammengesetzt und sich darauf geeinigt, gemeinsam auf Wangerooge zu leben. „Natürlich weiß man nie, was das Leben noch so bringt – aber der Plan ist, erst einmal hier zu bleiben.“

Obwohl das Inselleben auch so seine Tücken mit sich bringt. „Wie viele andere Wangerooger bin auch ich der Meinung, dass mehr bezahlbarer Wohnraum her muss.“ Ramona kann sich durchaus vorstellen, dass es viele Familien gibt, die gern auf Wangerooge leben würden.

Fitnessstudio muss her

Doch auch ein Fitnessstudio wäre eine tolles Angebot für Insulaner und Gäste, findet Ramona. „Am Festland habe ich gemerkt, wie viele so etwas in Anspruch nehmen. Und auch hier ist das für viele Urlauber ein richtiges Ausschlusskriterium.“

Auch nach dem früheren Nachtleben sehnt sich die 27-Jährige manchmal zurück. „In meiner Jugendzeit gab es solch ein breites Angebot – heute leider gar nicht mehr.“

Doch daneben gibt es auch viele Vorteile, die Ramona auf der Insel genießt – wie die kurzen Arbeitswege. „Während ich früher zwischen Oldenburg und Westerstede pendeln musste und so von morgens halb sieben bis abends halb acht unterwegs war, brauche ich heute nur fünf Minuten zur Arbeit.“ Auch spontane Treffen mit der Familie oder mit Freunden lassen sich auf der Insel gut arrangieren – Treffen, die Ramona besonders wichtig sind.

Auch auf der Arbeit gibt es viele Vorteile, die Ramona als richtiges Inselkind genießt. „Wenn Urlauber Fragen über die Insel haben, kann ich oftmals aus eigenen Erfahrungen berichten.“ Und wer weiß – vielleicht überzeugt das ja auch den einen oder anderen jungen Menschen, künftig ebenfalls auf der Insel zu leben und zu arbeiten. Ramona bereut ihre Entscheidung jedenfalls nicht.

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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