WANGEROOGE - Um auch bei Stromausfall die Wasserversorgung der Wangerooger Einwohner und Gäste sicherstellen zu können, hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) jetzt im Wasserwerk an der Charlottenstraße auf Wangerooge eine neue Notstromanlage installiert. Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 60 000 Euro.

„Die alte Anlage war abgängig und zudem überdimensioniert“, begründet Diplomingenieur Lutz Trittin aus der OOWV-Zentrale in Brake die Investition. Das Notstromaggregat wird für einen eventuellen Störfall in der Stromversorgung und für Wartungszwecke vorgehalten. Die Leistung der alten Notstromanlage war zusätzlich für die Notbeleuchtung auf der Insel ausgelegt.

Das Wasserwerk, dessen zwei Behälter insgesamt 2000 Kubikmeter fassen, dient ausschließlich der Verteilung des Trinkwassers, nicht der Förderung. Für Betriebsausfälle gibt es drei Notbrunnen.

Das Trinkwasser bekommt die Insel vom Wasserwerk Sandelermöns, gelegentlich auch vom Wasserwerk Harlingerland in Moorweg. Dazu ist die Insel mit drei 7,5 Kilometer langen Pipelines mit dem Festland verbunden, die 1962 von Bassens bei Minsen durch das Watt zur Insel verlegt wurden. Durch diese zwei Kunststoffrohre mit einem Durchmesser von 12,5 Zentimetern und einem PVC-Rohr mit 20 Zentimetern Durchmesser wird das OOWV-Wassernetz am Festland „angezapft“. Für den nötigen Druck sorgt das 1962 gebaute Druckerhöhungswerk in Bassens.

Rohrleitung, Druckerhöhungswerk und neue Erdbehälter in Bassens kosteten 1962 schon 1,3 Millionen Mark. Die Wasserversorgung von Land aus war erforderlich geworden, weil ein Teil der Trinkwasserbrunnen auf der Insel bei der Sturmflut vom 16. auf den 17. Februar 1962 vollständig vom Meerwasser überflutet worden war. Das Wasser war für den menschlichen Genuss unbrauchbar geworden, die wenigen von der Flut verschonten Brunnen reichten für die Inselversorgung nicht aus.