WARDENBURG - Auch das Zusammenrücken von Molkereien ist für die Milcherzeuger nicht automatisch eine Lösung für ihre drückenden Probleme. Diese Auffassung vertrat Romuald Schaber, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), am Donnerstagabend am Rande einer BDM-Veranstaltung in Wardenburg (Kreis Oldenburg). Zum einen bestehe zwischen Erzeugern und Molkereien keine hundertprozentige Interessengleichheit, zum anderen sei die Marktmacht des Handels bereits zu weit vorausgeeilt, meinte Schaber auch hinsichtlich Spekulationen um ein Zusammengehen von Nordmilch und Humana.
Der BDM-Chef rief angesichts extrem schwacher Preise erneut dazu auf, die Marktmacht bereits auf der Ebene der Milcherzeuger zu stärken. „Wir müssen die Ärmel aufkrempeln und alles daran setzen, Bewegung in die Sache zu bringen“, appellierte er an die Landwirte. Man müsse „eng zusammenstehen“.
Deutlich wurde: Die Lage ist für viele Betriebe dramatisch. „Es brennt“, fasste Ernst Steenken vom BDM-Team Oldenburg seine Einschätzung zusammen. Es gehe „richtig an die Substanz“. Grund seien auch die hohen Preise für Dünger, Pflanzenschutz und Saatgut. Daran sei teils auch die EU mit hohen Schutzzöllen auf Importe schuldig.
Zugleich hätten große Molkereien weiter sinkende Auszahlungspreise angedeutet bzw. gezahlt, meinte Steenken, der mit Carsten Spradau, Herwig Nehls und Eike Bruns zu der Veranstaltung eingeladen hatte. Man rutsche wohl „unter 20 Cent“ netto je Kilogramm Milch.
Der BDM lässt nicht locker. Bereits für den 10. März wird nach Rodenkirchen zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen (20 Uhr, Markthalle). Dort soll eine Podiumsdiskussion stattfinden.
