WARDENBURG - Das Praktikum hat Lena in ihrer Berufswahl bestärkt. Zwaig erhielt Einblick in den Ausbildungsbetrieb.
von Anja rohde
WARDENBURG - Nicht immer führt ein Praktikum zu einer Lehrstelle. Aber in diesem Fall könnte es so sein. Waldemar Keller vom Malerbetrieb Keller war mit der Praktikantin Lena Wempe sehr zufrieden. Die 15-jährige Realschülerin von der Wardenburger Everkampschule konnte den Betriebschef von ihren fachlichen und sozialen Fähigkeiten überzeugen. Ein Idealfall für die Ausbildungsplatzinitiative Zwaig, deren Vorstandsmitglieder Norbert Klüh und Elke Schnitger gestern Morgen gemeinsam mit Herbert Rüst, Lehrer der Everkampschule, und Anke Wirtz, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Oldenburg, den Wardenburger Betrieb besichtigten.Waldemar Keller hat bestimmte Vorstellungen davon, wie ein Auszubildender sein soll: Er (oder sie) darf nicht rauchen, ein guter Haupt- oder Realschulabschluss und gute Umgangsformen sind ebenfalls Voraussetzung für eine Anstellung. Tattoos und Piercings sind nicht gern gesehen: „Aus Rücksicht auf die Kunden“, sagt Keller, der Chef von zehn Gesellen und drei Auszubildenden ist. „Den Jugendlichen ist oft nicht bewusst, dass das wahrgenommen wird. Und der Kunde ist nun einmal König“, betont Keller.
Drei Praktikanten im Jahr schnuppern bei Keller in den Beruf des Malers und Lackierers hinein. Frauen sind in diesem Beruf längst keine Ausnahme mehr. Auch Lena hat das Praktikum in ihrem Entschluss bestärkt, nach ihrem Schulabschluss eine Lehre als Maler und Lackierer zu beginnen. „Ich werde mich bei der Firma Keller bewerben. Die Firma hat ja jetzt einen Eindruck von mir, und ich hoffe, einen guten“, sagt sie. Die Neuntklässlerin ist damit gegenüber ihrer besten Freundin im Vorteil, die „noch gar nicht weiß, was sie machen soll“, wie Lena sagt. Ein Problem, das auch Keller sieht: „Die Jugendlichen sind einer solchen Informationsflut ausgesetzt, dass sie oft nicht wissen, was sie wollen und können“, sagt er. Es müsse verstärkt darauf geachtet werden, die individuellen Fähigkeiten der Jugendlichen „heraus zu kitzeln“. Um dazu beizutragen, und den Jugendlichen klar zu
sagen, was sie beispielsweise in seinem Betrieb erwartet, beteiligt er sich an der Ausbildungskooperation der Everkampschule und stellt in den Schulklassen das Berufsbild vor.
Der Besuch der Zukunftswerkstatt Zwaig war in mehrfacher Hinsicht fruchtbar: Der Verein erhielt einen Einblick in den Ausbildungsbetrieb und wird zukünftig auf seiner Internetseite einen Link zum Unternehmen anbieten. Keller wiederum wird seine Einstellungsvoraussetzungen in den Internetauftritt seiner Firma einpflegen: „Der Besuch hat mich auf die Idee gebracht“.
Auch in diesem Jahr stellt Keller Auszubildende ein. Einer der beiden Ausbildungsplätze muss noch bis zum 1. August besetzt werden. Chancen haben junge Wardenburger, die die oben genannten Kriterien erfüllen.
Infos unter www.malerkeller.de
