WARDENBURG - WARDENBURG - Die Landwirte spüren deutlich die gestiegenen Futter- und Energiekosten. Deren Weitergabe über die Preise werde im laufenden Jahr für viele Betriebe die größte Herausforderung sein, meinte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, gestern beim Kreislandvolk in Wardenburg (Landkreis Oldenburg).

Sonnleitner berichtete von einem grundsätzlichen Wandel, der die Bauern in eine bessere Position gebracht haben: „Erstmals haben wir es wieder mit einem Verkäufermarkt zu tun“. Erfreute Gesichter gebe es u.a. bei „denjenigen, die Getreide, Raps und Kartoffeln erzeugen und verkaufen“. Auch bei Schweinen, Rind und Geflügel komme man „aus zwei schönen Jahren heraus“. Sonnleitner sagte am Rande der Veranstaltung gegenüber dieser Zeitung, dass er weitere gute Jahre für die Bauern erwarte.

Der Strukturwandel zeige einige erfreuliche Entwicklungen. So gebe es inzwischen drei große Fleischmärkte, die „mittlerweile mit Aldi, Lidl und Co. mithalten können“. Das helfe letztlich auch den kleinen regionalen Fleischvermarktern. Leider sei die Entwicklung am Milchmarkt nicht so erfreulich.

Kreislandvolk-Vorsitzender Jürgen Seeger rief die Landwirte angesichts des Biogasanlagen-Booms auf, vor Investitionen „genau zu rechnen“, sich nicht nur auf Hersteller-Kalkulationen zu verlassen und die Rohstoffpreise im Auge zu behalten. Auch drohe die geplante starke Ausweitung der Biokraftstoff-Produktion in den USA die Einfuhr von Soja, Mais usw. nach Deutschland zu gefährden.