WARDENBURG - Tischler, Elektroniker oder Metallverarbeiter – das sind doch typische Männerberufe. So reden viele, doch die Wahrheit ist das nicht. Die Schülerinnen und Schüler der Everkampschule informieren sich in dieser und der nächsten Woche über die Anforderungen als Maler, Friseur, Raumausstatter, Kaufleute und in den oben genannten Berufen.

Das Projekt findet in der Handwerkskammer Oldenburg statt. Für viele ist es eine große Möglichkeit, sich Berufe genauer anzuschauen, von denen sie noch gar kein Bild haben und sich vielleicht erst eines bilden müssen.

In den zwei Wochen starten die Schüler um 7.30 Uhr mit dem Bus an der Everkampschule. Um ca. 8 Uhr beginnt dann das Projekt in den Werkstätten des Berufsbildungszentrums (BBZ) und endet um 14.45 Uhr. Von dort aus werden die Jugendlichen dann wieder abgeholt und zurück zur Schule gefahren. Das Projekt wurde 2010 das erste Mal ins Leben gerufen. Daran haben letztes Jahr im Herbst ebenfalls etwa 90 Schüler der Everkampschule teilgenommen.

Viele Schüler gehen mit großer Begeisterung an die Sache, wie zum Beispiel am Mittwoch Tatjana Helmke (13):„ Ich finde es gut, dass wir so etwas mit der Schule machen. Besonders gefällt mir der Beruf des Malers, weil ich sehr viel Spaß am Malen habe.“

Manche Schüler finden es ungewohnt, dass sie in einigen Berufen den ganzen Tag stehen müssen. Doch daran sehen sie auch, wie anstrengend ein „normaler“ Arbeitstag sein kann. Für Tischlermeister Andreas Isensee (47) ist das dagegen normal: „Ich finde es eine schöne Abwechslung, mal mit Jugendlichen zu arbeiten, und ich hoffe, dass es ihnen auch bei der Berufswahl helfen wird“.


Aus Sicht der Schule ist die Zusammenarbeit mit dem BBZ vorteilhaft: Die Schüler gehen dort in Berufe, die sie sonst vielleicht gar nicht erst ausprobieren würden. Langweilig wird es den Schülern jedenfalls nicht, die Meister oder Ausbilder geben ihnen immer etwas zu tun. Julian Lübbers (15): „Ich finde die ganze Sache hier ganz gut. Vor allem, dass ich immer etwas machen kann, ist super.“