WARDENBURG - Teller, Medaillen und Pokale hängen, schön sortiert nach Jahreszahlen, an der Wand. Wer bei Erna und Emil Mehl am Fladderdamm in der guten Stube sitzt, stellt schnell fest, dass das Vereinsleben hier seine Spuren hinterlassen hat. „Ich bin definitiv ein Vereinsmensch, das kann und will ich nicht leugnen“, sagt Mehl lächelnd.
Der gebürtige Westerholter ist seit 41 Jahren Sportkegler. Besonders erfolgreich war er im Jahr 1991, als er gleich drei Titel holte: den des Vereinsmeisters, Kreismeisters und Landesmeisters im Mannschaftswettbewerb. Doch das Engagement des heute 79-Jährigen reicht um einiges weiter, als nur seinem Lieblingssport zu frönen. Mehl arbeitet seit mehreren Jahrzehnten in diversen Vereinsvorständen mit. Und wenn er sich für die Allgemeinheit engagiert, dann tut er dies nicht ein paar Jahre, sondern gleich Jahrzehnte.
Von 1994 bis 2006 war der Rentner 2. Vorsitzender des Sozialverbands VdK, nach dem Rückzug der 1. Vorsitzenden Gerda Wendler hat er ihre Position eingenommen. „Eingetreten bin ich ursprünglich, weil ich immer an den Ausflügen teilgenommen habe. Ich wollte die Vereinskasse nicht belasten“, erinnert sich Mehl.
Dem Wardenburger Schützenverein gehört er bereits seit 1957 an und arbeitet seit 37 Jahren im Festausschuss mit. In den Kegelclub „Rand oder Sand Astrup“ ist Mehl im Jahr 1962 eingetreten, ein Jahr darauf übernahm er das Amt des Kassenwartes und hat es bis heute nicht wieder abgegeben. 1968, ein Jahr nach Gründung des Sportkegelclubs Einigkeit Wardenburg trat der leidenschaftliche Kegler auch hier ein. Seit 1976 ist er ohne Unterbrechung als Sportwart für das Organisieren des Trainings und der Punktspiele zuständig. Dies änderte sich auch nicht, als 1994 die Wardenburger Sportkegler mit denen aus Oberlethe eine Spielgemeinschaft eingingen. Der 79-Jährige spielt immer noch regelmäßig bei Wettkämpfen in der Bezirksklasse mit.
Beruflich war Emil Mehl es lange Zeit auch gewohnt, Verantwortung zu tragen. Nachdem er bei der Deutschen Bahn den Beruf des Signalmechanikers erlernt hatte, qualifizierte er sich später zum Heizungsbauer. Von 1969 bis zu seiner Pensionierung 1986 war er als Betriebsleiter für das reibungslose Funktionieren des Klärwerks in Tungeln zuständig. Auch als Ruheständler hat er den Spaß am Handwerk nicht verloren: Zu seinen Lieblingsprojekten zählt ein mehrstufiger selbst gebauter Wasserbrunnen.
„Nebenbei“ ist Emil Mehl seit 23 Jahren Sportwart und Jugendbetreuer bei den Oldenburger Sportkeglern, kontrolliert als offizieller Bahnabnehmer im Auftrag des Deutschen Keglerbunds den ordnungsgemäßen Zustand der Bahnen und fungiert als Schiedsrichter auf Bundes- und Landesebene – zuletzt 2008 bei der Deutschen Meisterschaft in Oldenburg. „Ich finde es einfach logisch, Verantwortung zu übernehmen. Man kann das nicht nur von anderen erwarten“, beschreibt der Wardenburger sein Credo.
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