WARDENBURG - Ein Garten muss nicht sonderlich groß sein, um mit seiner Blütenpracht zu beeindrucken. Die relativ kleinen, von Steinen eingefassten Beete, die sich Richtung Süden und Westen halb um das Einfamilienhaus von Gerda Wendler im Lönsweg ziehen, sind der beste Beweis dafür. Winterfeste Fuchsien, Lilien und Hibiskus blühen dicht an dicht, ein Tulpenbaum teilt sich mit Rhododendronbüschen die Sonne, Kartoffel- und Eisblumen locken Insekten auf Nahrungssuche an.
Ihre Pflanzen halten sie gesund, ist Gerda Wendler überzeugt. Die 82-jährige Wardenburgerin passt in der Tat von Frühling bis in den Herbst ihren Lebensrhythmus an das Stück Natur hinter ihrem Haus an. „Einmal in der Woche arbeite ich mich komplett durch die Beete“, erzählt sie. Morgens geht es dann noch vor dem Frühstück dem Unkraut an die Wurzeln. Viel Wert legt die Gartenbesitzerin auch darauf, die Erde regelmäßig aufzulockern und mit Dünger zu versorgen. „Das hilft den Blumen ungemein“, ist sie überzeugt.
Erst wenn die ehemalige Vorsitzende des VdK-Ortsvereins Wardenburg mit dem Zustand ihrer Beete zufrieden ist und auch die besonders pflegeintensiven Hängeblumen in ihren kleinen Gefäßen versorgt sind, wird auf der Terrasse oder im Wintergarten gefrühstückt und Zeitung gelesen. „Ich bin bis Oktober immer viel draußen an der Luft“, erzählt sie. „Nebenbei“ macht sie bei der Behindertensportgruppe und dem Gemischten Chor Wardenburg aktiv mit.
Als sie 1992 im Lönsweg mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann das Haus baute, legte sie bereits die Grundlagen für den heute so prächtig gedeihenden Garten. „Wir haben damals viel Erde abgetragen und gewaltig gesiebt“, erinnert sie sich. Bei der Auswahl der Pflanzen legte sie viel Wert darauf, dass zu jeder Jahreszeit zumindest ein Teil der Gewächse blüht oder grüne Blätter trägt. Kirschlorbeer und Rhododendron zählen dazu, die Dahlien überwintern dagegen gut geschützt im warmen Keller des Hauses.
Gerda Wendler schöpft viel Kraft aus dem eigenen Garten, gerade weil auch sie in ihrem privaten Umfeld nicht von Schicksalsschlägen verschont blieb. „Hier sitze ich oft mitten drin und höre das Zwitschern der Vögel, das Gesumme der Bienen und freue mich, wenn die Sonne lacht.“
