WARDENBURG - Wie hoch der Säuregehalt des Wassers war, das am Donnerstagvormittag vom Himmel regnete, hat Harald Gülzow nicht gemessen. Eines steht für ihn aber außer Frage: Es hat wahrscheinlich so manchen Wardenburger davon abgehalten, mit einer Probe seines Brunnenwassers beim Marktplatz vorbeizuschauen und es auf Nitratbelastung und Säuregehalt untersuchen zu lassen.
Am Ende hat Diplom-Physiker Harald Gülzow im mobilen Labor des Vereins zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR-Gewässerschutz) zwölf Proben während seines dreistündigen Aufenthalts in Wardenburg untersucht. „Die Hälfte davon stammt von Landwirten, die wissen wollen, welche Wasserqualität sie ihren Tieren bei der Versorgung aus dem eigenen Brunnen geben“, berichtet Gülzow. Ergebnisse kann er hier erst in etwa 14 Tagen melden, da im Zusammenhang mit dem Wasserkonsum die bakteriologische Untersuchung von Bedeutung ist.
Die andere Hälfte der Proben, die von Gartenbesitzern mit eigenem Brunnen stammen, wurde dagegen nur auf Nitrat-, pH-Wert und Leitfähigkeit untersucht. „Auffällig war nur der relativ hohe Säuregehalt“, sagt Gülzow. Dies überrascht den Umweltschützer nicht wirklich: „Für Moorböden, wie sie hier vorherrschen, ist das typisch.“ Gerade bei jungen Pflanzen rät Gülzow zum zurückhaltenden Gießen mit Brunnenwasser. Die Säure löse Schwermetalle aus dem Boden auf, welche gemeinsam mit der Säure den Organismus schädigen könnten.
Der VSR-Gewässerschutz entstand Anfang der 80er Jahre als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen am Rhein und Main. Mittlerweile hat der Verein seine Arbeit mit Ausnahme Südbayerns auf ganz Deutschland ausgedehnt.
