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Auf Freiem Feld In Döhlen Jäger sichtet Wolf in Großenkneten

Imke Harms

Wardenburg/Großenkneten - „Das war ein richtiger Kerl – massiv und stark. Ich war total aufgeregt“, erzählt Robert Kuhlmann. Der starke Kerl, von dem der Jäger redet, ist ein Wolf – vermutlich ein Rüde. Am Dienstag, 20. Februar, gegen 9.40 Uhr fuhr Robert Kuhlmann mit seinem Auto durch seinen Heimatort Döhlen (Gemeinde Großenkneten). „Auf einem freien Feld sah ich Rehe. Plötzlich sprangen sie völlig panisch weg. Da sah ich durchs Fernglas, dass sich etwas in einer Ackerfurche bewegte – in etwa 80 Metern Entfernung“, berichtet Kuhlmann.

„Ich bin sicher, dass es ein Wolf war“

Er sei erfahren mit Wölfen, habe einige von ihnen in anderen Jagdgebieten gesehen. „Ich bin mir sicher, dass es einer war.“ Leider habe er keinen Fotoapparat zur Hand gehabt. „Wer rechnet hier denn mit so etwas?“ Zuerst sei das Tier auf sein Auto zugelaufen gekommen, dann aber an einem Graben stehengeblieben und abgedreht.

In der Nähe sei ein Rotwildgatter. „Ob der Wolf die Witterung dieser Tiere aufgenommen hat, weiß ich natürlich nicht, aber ich könnte es mir vorstellen“, mutmaßt der Jäger. Abends sei eine der Nachbarinnen mit ihren Schäferhunden spazieren gewesen und habe im Nachhinein von merkwürdigem Verhalten ihrer Hunde gesprochen. „Sie erzählte, der Ältere habe die Nackenhaare aufgestellt und wie verrückt an einer Fährte geschnüffelt“, gibt Kuhlmann die Aussagen der Nachbarin wieder. Seine Mutmaßung: „Könnte ja sein, dass der Hund den Wolf gerochen hat.“ Begeistert ist Robert Kuhlmann von seiner Sichtung nicht. „Hoffentlich macht der Wolf hier keinen Blödsinn und gründet in der Nähe ein Rudel. Um ehrlich zu sein: Meiner Meinung nach brauchen wir hier eigentlich keinen Wolf“, zeigt sich Kuhlmann ein wenig besorgt.

Zusammenhang mit totem Kalb unklar

Erst am Sonntag waren die Diskussionen um den Wolf in der Gemeinde Wardenburg erneut angefacht worden. Ein junges Kalb wurde tot auf einer Weide in Oberlethe gefunden. Ob der Wolf für den Riss verantwortlich ist, ließ sich allerdings noch nicht feststellen.

Einer der Wolfsberater für den Landkreis Oldenburg, Gerhard Frensel, mahnt vor Spekulationen: „Wir haben noch keinerlei Beweise dafür, dass es ein Wolfsriss war. Ich habe mir das ganze Gelände angesehen und DNA-Proben genommen. Diese wurden eingeschickt“, erklärt er die Sachlage. Aufgrund der langen Warteschleifen in Laboren könne es erfahrungsgemäß mehrere Monate dauern, bis ein Ergebnis vorliege. Aufgrund des Frostes seien auch keine Pfotenabdrücke nachweisbar gewesen. „Die Spurenlage ist absolut unklar. Wir müssen uns in Geduld üben und dürfen nicht wild mutmaßen“, gibt er zu bedenken.


Auf Ergebnisse des DNA-Tests warten

Eva-Maria Langfermann, Leiterin des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege pflichtet Kuhlmann bei: „Man darf auch nicht unterschätzen, wie viele Menschen Wölfe verwechseln.“ Dennoch seien Rudel in der näheren Umgebung nachgewiesen worden. „Es kann theoretisch also auf jeden Fall sein, dass ein einzelner Wolf sich jetzt ein neues Revier sucht und bis hierher gekommen ist. Wir müssen einfach die Ergebnisse des Labors abwarten.“

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