WARDENBURG - Knapp vier Millionen Euro will die Gemeinde in ihr Hallenbad am Everkamp investieren. Sieben Bauabschnitte sind vorgesehen, um das in den 1970er Jahren errichtete Bad zu modernisieren. Begonnen wurde 2010 mit der Technik im Keller, ab 2012 steht dann die Neugestaltung der oberirdischen Räume auf dem Programm.
Während der Badebetrieb bis auf die zur Sanierung genutzten Sommermonate weiterläuft, sieht es im Saunabereich und dem Café deutlich schlechter aus. Der Pächter der Sauna hat zum 31. Mai seinen Vertrag gekündigt, das Café bleibt schon seit Monaten wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen. Vor allem die im Ort Wardenburg nun fehlende Sauna ruft deren treue Nutzer auf den Plan. „Wir haben das Angebot seit fast 30 Jahren an jedem Mittwoch genutzt“, ärgert sich Ingrid Haverkamp. Die 61-jährige Benthullerin traf sich bis vor kurzem hier regelmäßig mit sieben anderen Frauen zum Saunieren, und war trotz des rustikalen Ambientes zufrieden. „Wir wollen schließlich keinen Cappuccino oder Salat, sondern Sauna pur“, sagt sie. Das Olantis in Oldenburg sei ihr und den anderen Damen als Alternative viel zu teuer und auch zu weit entfernt.
Ob es überhaupt wieder einen Saunabereich im Hallenbad geben wird, ist allerdings ungewiss. Im Rat gab es bislang keine Mehrheit für eine Saunasanierung, und die Gemeindeverwaltung will erst ein Gesamtkonzept für das modernisierte Bad entwerfen. Mit dem Wardenburger Schwimmclub und dem Wardenburger Turnverein – den beiden Hauptnutzern von Vereinsseite – sei bereits ein Ortstermin absolviert worden, bestätigt Bürgermeisterin Martina Noske. „Wir wollen keinen Schnellschuss“, unterstreicht sie. Es mache keinen Sinn, jetzt neue Pächter für Sauna oder Café zu suchen, und diese dann im Zuge der weiteren Sanierung doch wieder schließen zu müssen.
Deshalb soll im Hallenbad eigentlich ein Aushang alle Nutzer über Alternativen informieren (siehe Kasten). Davon war aber zumindest am Mittwochnachmittag im Foyer nichts zu sehen.
