WARDENBURG - Etwa 2500 Kilometer legt der Transport zurück. Ein Waisenhaus und ein Kindergarten werden angefahren.
von anja rohde
WARDENBURG - Waschmaschinen, Kühlschränke und Mikrowellen hieven und stemmen die Mitarbeiter des Wertstoffhofes Wardenburg auf die Ladefläche des Transporters, der am kommenden Sonnabendabend auf die Reise nach Bulgarien gehen soll. Erstmals macht sich ein Hilfstransport der Gesellschaft für deutsch-bulgarische Zusammenarbeit Wardenburg auf den rund 2500 Kilometer langen Weg, sagt Eckhardt Hildebrandt, Vorsitzender der Gesellschaft. „Es gibt einen hohen Bedarf“, betont er. Bulgarien bestehe nicht nur aus den touristisch erschlossenen Regionen rund ums schwarze Meer und den Skigebieten. „Im Land herrscht Armut und die wollen wir lindern“, sagt Hildebrandt.Ein Waisenhaus in Shiroka Laka und ein Kindergarten in Orisare am Schwarzen Meer sollen die Elektrogeräte und Spielzeugspenden, die die Harbernerin Christel Arnken zusammengestellt hat, erhalten. Über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Bulgarien macht sich der Wardenburger Peter Schütte mit dem Transporter-Anhänger-Gespann, das vom Wertstoffhof Wardenburg gestellt wird, auf den Weg. Er ist kein Mitglied der Gesellschaft, sondern entschloss sich „aus sozialem Engagement heraus“, so Hildebrandt, für den Einsatz.
Dass Sach- und Geldspenden tatsächlich benötigt werden, davon haben sich Andrea Bramlage und Robert Bau, Mitglieder der Gesellschaft, überzeugt. „Der Anblick, der sich einem im Kinderheim bietet, ist zehrend. Die Kinder sind dort zu acht in einem Raum untergebracht. Es gibt kaum persönliche Gegenstände“, berichtet Bramlage von den Bildern und Eindrücken, die sie von ihrer Fahrt ins bulgarische Shiroka Laka mitgebracht hat, zu der sie in der vergangenen Woche aufgebrochen war. Es gibt also noch viel zu tun.
Zehn Tage wird Schütte das Land bereisen. In Orisare nimmt Unternehmer und Gesellschaftsmitglied Heinz Lübberding, der bereits seit fünf Jahren in Bulgarien lebt, den Transport in Empfang. Schütte will weitere Kontakte knüpfen, und Hildebrandt hofft, dass das Gespann mit der Aufschrift „Recyclinghof Wardenburg“ für Aufsehen sorgt: „Wir werden Reklame machen. Vielleicht kommt man mit deutschen Touristen ins Gespräch“, sagt der Vorsitzende.
Weitere Informationen über die Gesellschaft und deren Arbeit gibt es unter 04407/8282.
