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Holzernte Aus Kiefern des Tüdick werden in Italien Särge

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WARDENBURG - Es ist ein seltener Anblick, den Passanten derzeit im Vorüberfahren erhaschen können: Wer von der Autobahn A 29 auf die Oldenburger Straße nach Wardenburg abfährt, sieht am Waldrand große Mengen aufgestapeltes Holz. Sauber sortiert liegt dort zurzeit die Ernte, die das Durchforsten des Tüdicks erbracht hat.

Wie Ulrich Zeigermann, stellvertretender Leiter des Forstamts Ahlhorn, betont, waren wegen der guten Holznachfrage alle Hölzer bereits vor dem Einschlag und „zu auskömmlichen Preisen“ verkauft.

Holz ist nicht gleich Holz

Ein kleiner Teil der Kiefern geht als Sargholz nach Italien und als Bauholz nach Südkorea, das Gros verbleibt zur Weiterverarbeitung in der Region. Es findet Verwendung als Gartenbauholz, für Zellstoff oder Spanplatten und als Bau- und Palettenholz.

Die stehen gebliebenen etwa 80 Jahre alten Kiefern und andere Nadelbäume im Tüdick könnten jetzt tüchtig weiterwachsen, so Zeigermann. Erst in zehn Jahren sei das nächste Durchforsten geplant. Die Förster der Niedersächsischen Landesforsten verfügten über genaue Kenntnis, welche Baumarten und Längen die holzverarbeitenden Betriebe für ihre Produkte und Maschinen benötigen.

So liegt das Kiefernholz für die italienische Sargindustrie in einfacher und doppelter Sarglänge vor, also zwei und vier Meter lang. Das Kiefernbauholz für den Korea-Export bleibt dagegen möglichst lang, muss aber in einen Zwölf-Meter-Container passen. Sogenannte Palettenhölzer sind exakt 2,4 Meter lang und werden im Emsland zu Ein- und Mehrwegpaletten verarbeitet. 2008 wurden allein in Deutschland 80 Millionen Paletten gefertigt, die für den Warentransport unabdinglich sind, produziert.


Ein Stapel mit fünf Meter langen Douglasien-Abschnitten wird ebenfalls ins Emsland verkauft. Haltbarer als Kiefer oder Fichte, ist Douglasie mittlerweile ein begehrtes Gartenbauholz, da es nicht imprägniert wird. Fichten- und Tannenstämme liegen in Wardenburg bereit zum Abtransport in ein Nadelholzsägewerk in Schleswig-Holstein.

Rest wird zu Spanplatten

„Für das sogenannte Industrieholz, also die großen Holzstapel mit den geringeren Holzqualitäten, haben wir die Wahl ein Zellstoffwerk bei Stendal zu beliefern oder es in ein Spanplattenwerk ins Emsland zu verkaufen“, erklärt Zeigermann. Sein Job ist es, die hölzernen Warenströme aus dem Forstamt Ahlhorn zu den Abnehmern zu lenken.

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