WARDENBURG - Knapp ein Jahr ist es her, dass die Problemstoffannahmestelle Wardenburg auf das neue Gelände des ein Jahr zuvor umgesiedelten Wertstoffhofes am Rothenschlatt umgezogen ist. Rund 500 000 Euro hatte die Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg zuvor in den Neubau investiert.
Deutlich verbessert haben sich seither die räumliche Situation und damit verbunden auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter des Vereins für Arbeit und Umwelt, der heute das Personal für beide Anlagen stellt: Waren am vorherigen Standort auf dem Bauhof-Gelände am Heidkamp die Lagermöglichkeiten für die gefährlichen Abfälle stark begrenzt, stehen auf dem neuen 200 Quadratmeter großen Areal zwei Lagerräume, ein Freilager mit Überdachung, ein Büro sowie ein Materialcontainer zur Verfügung.
Auch für die Wardenburger Bürger wurde die Abfallentsorgung mit dem Umzug vor einem Jahr wieder deutlich komfortabler. So mussten sie für die Entsorgung von Wert- und Problemstoffen zuvor noch zwei Standorte anfahren, bis nach den Umzug beide Anlagen wieder gemeinsam untergebracht waren.
Zwar werde die Annahmestelle von der Bürgern sehr gut angenommen, doch gestiegen sei das Aufkommen an gefährlichen Abfällen nicht, wie Tobias Bruns vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg berichtet: „2009 wurden – noch am alten Standort – zehn Tonnen an gefährlichen Abfällen angenommen, 2010 am Rothenschlatt neun Tonnen.“ Dass es nach der Zusammenlegung von Wertstoffhof und Problemstoffannahmestelle zu keinem Anstieg gekommen sei, hänge mit den unveränderten Einzugsbereichen zusammen, so Bruns.
Den Großteil der abgegebenen Abfälle machten 2010 lösemittelhaltige Farben und Lacke, Lösemittel sowie Holz- und Pflanzenschutzmittel aus. Auch Dispersionsfarben wurden massenhaft entsorgt: Acht Tonnen landeten in den dafür vorgesehenen Containern im Lagerabschnitt III der Annahmestelle.
Bedeutend strukturierter läuft der Arbeitsalltag seit dem Umzug für Maike Jansen ab, die die Annahmestelle leitet. Die für die Annahme speziell geschulte Chemielaborantin und Chemotechnikerin nimmt immer freitags von 14 bis 17 Uhr sowie von 10 bis 12 Uhr die Abfälle entgegen und sorgt für eine sachgerechte und sichere Entsorgung. Unterstützung erhält Jansen von Arno Becker, der für den Wertstoffhof verantwortlich ist.
Beide sind mit dem neuen Arbeitsumfeld ausgesprochen zufrieden. Einzig die Disziplin einiger Kunden bei der Abfallentsorgung sei noch verbesserungsfähig, sagt Becker. „Manche Leute haben kein Verständnis dafür, dass wir Problemstoffe nur zweimal in der Woche annehmen können“, sagt er. „Dann landen schon mal Lackeimer im Sperrmüllcontainer.“
