Wardenburg - „Mir geht es gesundheitlich noch gut“, freut sich Marta Bruhn, geborene Hanau, und ihre Augen blitzen. Kaum zu glauben, dass die agile Benthullenerin am heutigen Freitag 100 Jahre alt wird. Eine Diphterie während des zweiten Weltkrieges sei die einzige schwere Krankheit gewesen, die sie erlebt habe, sagt sie.
In Tungeln geboren, zog Martha Bruhn im Alter von zwölf Jahren mit ihren Eltern und dem fünfjährigen Bruder nach Benthullen, wo die Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb übernommen hatten. Der Vater war Maurer, die Landwirtschaft lief als Nebenerwerb. Nach der Schulzeit arbeitete Martha Bruhn zunächst auf einem Bauernhof in Achternmeer, ehe sie eine Stellung in der Schlachterei Gebken in Oldenburg antrat, wo sie dann auch wohnte. Doch schließlich holten ihre Eltern sie wieder nach Hause: Mit 20 Jahren hatte Martha Bruhn noch eine kleine Schwester bekommen und sollte daher den Eltern auf dem Hof zur Hand gehen. Hier in Benthullen heiratete sie 1944 auch ihren Mann Hermann, den sie von Kindesbeinen an kannte: „Wir waren Nachbarskinder, sind schon zusammen zur Schule gegangen“, erzählt sie. Das Paar war unternehmungslustig, hat gern Reisen mit dem „Junggesellenclub“ unternommen – „da waren fast nur Verheiratete Mitglied“, lacht Martha Bruhn. Sie selbst hat immer gern getanzt, ihr Mann allerdings hat lieber die Musik dazu gemacht: Viele Jahre lang spielte er Querflöte im Spielmannszug, wurde sogar mit der Goldenen Flöte für langjährige Mitgliedschaft geehrt und spielte darüber hinaus auch Handharmonika. Vor 16 Jahren starb Hermann Bruhn, seither lebte Martha Bruhn allein in ihrer Wohnung, aber umgeben von der Familie. Noch bis vor einigen Jahren hat die Jubilarin auch im Seniorenklub gesungen.
Neben ihren drei Söhnen blickt Martha Bruhn mittlerweile auf eine Schar von fünf Enkeln und sogar elf Urenkeln im Alter von zwei bis 16 Jahren. Sie alle werden auf dem Ehrentag der Jubilarin dabeisein. Am Samstag feiern die gesamte Familie und Freunde, schon am Freitag wird Martha Bruhn im AWO-Wohnpark Am Fischerheim „eine Runde“ ausgeben. Hier wohnt sie seit gut einem Jahr – bis zum Alter von 98 Jahren hat sie noch in ihrem Haus in Benthullen gelebt und den Blick auf ihre wunderschönen Rhododendren genossen. „Das Haus hat nun mein Enkelsohn bekommen“, erzählt sie. Der Abschied von dem eigenen Haus sei ihr schwergefallen, sagt die Jubilarin. „Aber irgendwann ging es nicht mehr alleine.“
