WARDENBURG/OLDENBURG - Reinhard Nannemann (51) ist überzeugter Genossenschaftsbanker. Der neue Vorstand der Volksbank Oldenburg, die auch eine Filiale in Wardenburg hat, ist deswegen relativ gelassen, was die Auswirkungen der Finanzkrise auf „sein“ Institut angeht: „Wir sind gut gerüstet und stehen auf wirtschaftlich gesunder Basis“. Das liege nicht unwesentlich an der Ausrichtung des Geschäfts: „Wir verdienen Geld mit Mitgliedern und Kunden.“

Nannemann, der am 1. Mai sein Amt als Vorstand angetreten hat und von der Volksbank Osnabrück nach Oldenburg kam, tritt mit diesem Bekenntnis in die Fußstapfen seines Vorgängers Hermann Schaa, der im Juni vorigen Jahres plötzlich verstarb. Zwischenzeitlich hatte Osterhues die Bank mit Interimsvorstand Egon Wichmann geführt.

Schaa hatte 2007 mit Vorstandskollegen Matthias Osterhues die Anlagen der Bank umgeschichtet – raus aus Wertpapieren, rein ins Kreditgeschäft mit Kunden und anderen Banken. Ein weitsichtiger Schritt, sagt Osterhues: „Wenngleich wir damals natürlich nicht in die Zukunft schauen konnten.“ Dennoch sei die Volksbank Oldenburg auch wegen dieses Schritts von der Finanzmarktkrise weniger getroffen worden als andere. Was an Schäden entstand, habe man ehrlich bewertet, sagt Osterhues: „Wir haben stets den schlechtesten Kurswert in die Bilanz gestellt – mit der Folge, dass sich unsere Anlagen bereits wieder erholen“.

Auslaufende Anleihen würden zudem nicht verlängert sondern ins Kreditgeschäft verlagert – das hat 2008 und in den ersten Monaten 2009 – neben den Einlagen deutlich zugelegt. Das gelte auch für Firmenkunden, sagt Nannemann, der im Vorstand u.a. für dieses Geschäft verantwortlich zeichnet. Man verhandle auf Augenhöhe mit der mittelständischen Kundschaft: „Wir sind auch Mittelständler – und wir haften, um auch das einmal zu sagen, persönlich für unsere Fehler.“

Im übrigen halte er die Finanzmarktkrise für eine Bestätigung des deutschen Drei-Säulen-Modells mit Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken: „Wir brauchen große Banken, die unsere Industrie versorgen können, aber für das regionale Geschäft sind wir prädestiniert.“