WARDENBURG - Schüler der Everkampschule haben als Erste im Landkreis Oldenburg an einem neuen Weg der Kompetenzfeststellung und Berufswahlberatung teilgenommen. Drei Mitarbeiter des Bildungswerks der niedersächsischen Wirtschaft begleiteten die Mädchen und Jungen in einem mehrstufigen Programm bei der schwierigen Kunst der Selbsteinschätzung.

Das Angebot, das vom Niedersächsischen Kultusministerium und der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, unterstützt wird, richtet sich gezielt an Hauptschüler des 8. Schuljahrgangs. Das Verfahren solle zu einer fundierten Selbst- und Fremdeinschätzung hinsichtlich der Eignung für eine konkrete Berufsausbildung geben, beschreibt Koordinatorin Christine Vatterodt die Zielsetzung. Stärken und Schwächen im Lern- und Arbeitsverhalten würden ebenfalls auf spielerische Weise ermittelt.

In der Praxis sieht das so aus, dass die Jugendlichen beispielsweise gemeinsam ein Brücke bauen müssen und dabei ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen. „Man kriegt eine Vorstellung, was man später machen kann“, sagt Philipp Logemann. Der 14-Jährige hat bislang den Wunsch gehabt, Anlagenmechaniker zu werden. Seine Neigungen – Philipp ist Mitglied der Jugendfeuerwehr – legen aber auch eine Alternative nahe, hat die Beratung ergeben. „Ich könnte gut Rettungsassisstent werden“, erzählt der Junge.

Auch Natascha Hartmann kann sich mit dem Ergebnis ihrer Berufsberatung durchaus anfreunden. Sie ist handwerklich begabt, ergaben die Tests. Als „Gestalterin für visuelles Marketing“ läge z.B. das Dekorieren von Schaufenstern und das Unterstützen von Werbeaktionen in ihrem Aufgabengebiet. „Das würde mir Spaß machen“, ist sie sicher. Allein gelassen werden die Jugendlichen mit der Berufswahl allerdings nicht: Erst ein individuelles Auswertungsgespräch im Beisein der Erziehungsberechtigten schließt das Projekt ab.