Wardenburg - Er ist nicht sehr groß und im ersten Moment unscheinbar, kann aber in Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit wichtig sein: ein 3D-Drucker. Der Wardenburger Jens Petzold (53) besitzt einen und war mit diesem erstmals beim Repair-Café in Wardenburg. „Man kann damit sehr viele Ersatzteile drucken“, erklärt Petzold. Ob Batteriedeckel, Schrauben oder Türriegel, mit seinem 3D-Drucker ließen sich Teile bis zu einer Größe von 20 mal 20 mal 20 Zentimeter herstellen. Einschränkungen gebe es nur sehr wenige, sagt der 53-Jährige.
Das Gedruckte sei zudem meistens stabiler als das Original. So könnten Ersatzteile dicker gemacht oder Hohlräume ausgefüllt werden. Als „Tinte“ für seinen 3D-Drucker nimmt der Wardenburger ein umweltfreundliches Material, das auf Maisstärke beruht. Bei Teilen, die witterungsbeständiger sein müssten oder beispielsweise auch einen Gang in der Spülmaschine überstehen sollten, verwendet er das sogenannte Legostein-Material ABS.
Mit seiner modernen Technik ist Petzold beim Repair-Café genau richtig. Dessen Motto lautet „Reparieren statt Wegwerfen“. Statt defekte Geräte zu entsorgten, sollten diese durch eine Reparatur länger genutzt werden. So könnten Ressourcen geschont und das Klima geschützt werden, heißt es vom Landkreis Oldenburg, der das Repair-Café in Wardenburg betreibt. Der 3D-Drucker sei dabei eine gute Ergänzung, gerade für kleine Ersatzteile.
Vorteil des 3D-Druckers sei zudem, dass dieser auch Ersatzteile herstellen könne, die es nicht mehr im Handel zu kaufen gebe, sagt Petzold. Was er dazu braucht: das kaputte Teil beziehungsweise eine Skizze davon. Ist das Teil vorhanden, kann er dieses mithilfe einer Kamera einscannen und mit dem 3D-Drucker herstellen. Dafür müssten aber die Lichtverhältnisse stimmen. Wenn dies nicht der Fall ist, kann er Teile auch mit einem Computerprogramm nachbauen. In diesem kann Petzold Formen auswählen und diese so bearbeiten bis die Darstellung auf dem Bildschirm die gewünschte Form hat. Danach werden die Maße eingegeben – und der Druckvorgang kann starten. Und dieser nimmt Zeit in Anspruch. So braucht es rund 40 Minuten, um einen Deckel für eine Cola-Dose zu drucken, sagt Petzold. Größere Teile bräuchten entsprechend länger, jedoch könnten auch mehrere Teile gleichzeitig gedruckt werden.
Die Arbeit mit dem 3D-Drucker hat sich Petzold, der sich seit seinem siebten Lebensjahr für Technik interessiert, selbst beigebracht. Auch seinen Drucker hat er selbst zusammengebaut. Rund 250 bis 300 Euro hat dieser gekostet. Wer ihn nicht selbst zusammenbaut, müsse rund 800 Euro für die Grundausstattung ausgeben, erklärt er. Beim nächsten Repair-Café in Wardenburg, das nach der Sommerpause im August stattfinden wird, will Petzold wieder mit seinem 3D-Drucker dabei sein und helfen. Denn das Repair-Café sucht Unterstützer. Interessenten können sich bei der zuständigen Projektmanagerin beim Landkreis Oldenburg, Rebecca Remke, unter