Warfleth - Als der „Schwarze Leuchtturm“ 1898 in Farge aufgestellt wurde, war er noch weiß und eine wichtige Orientierungshilfe, die Kapitäne durch die Weser lotste. 1954 zog das auf dem Bremer Vulkan erbaute Oberfeuer im Zuge des Weserausbaus auf die westliche Flussseite um. Bis 1985 moderne Radarleitsysteme diese Aufgabe übernahmen, wies der Leuchtturm vom Warflether Sand aus zusammen mit einem Unterfeuer den Schiffen den Weg.

Gäbe es den Warflether Leuchtturmverein nicht, wäre das mittlerweile zum Industriedenkmal erklärte Bauwerk vor 30 Jahren verschwunden. Denn drei Jahre nach dem Abschalten des Richtfeuers und dem Abbau des Unterfeuers, sollte auch das 18 Meter hohe Oberfeuer in der Schrottpresse enden – etwas, was Hans Röver nicht hinnehmen wollte. Nachdem der Ratsherr und Landwirt davon erfuhr, setzte er alles in Bewegung, um das zu verhindern. Beim Kontakt zum Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Bremen, das der Eigentümer war, signalisierte Röver, dass der Turm unbedingt für die Bevölkerung erhalten bleiben müsse. Die Abbruchpläne konnten so erst einmal gestoppt werden. Doch wie sollte es weiter gehen?

Am 20. September teilte das WSA Röver mit, dass es, sofern das Domänenamt Oldenburg einverstanden ist und der Erwerber die Verkehrssicherungspflicht übernimmt, bereit sei, den Turm an einen Verein oder die Gemeinde abzugeben.

Da die Gemeinde kein Interesse an dem Turm zeigte, blieb Röver nichts anderes übrig, als zur Vereinsgründung aufzurufen. 18 Personen waren es, die den Verein Schwarzer Leuchtturm Warfleth am 31. Oktober 1988 im Gasthaus Bischoff gründeten.

Heute zählt der Verein rund 130 Mitglieder und wird von Günter Flegel und Ute Röver als 1. und 2. Vorsitzende geführt. Neben dem Erhalt des Baudenkmals kümmern sich die Leuchtturmfreunde um den von ihnen angelegten, idyllischen Leuchtturmpad, der zu den Sitzgruppen an der Weser führt. Neben freiwilligen Arbeitsdiensten, geselligen Ausflügen oder dem traditionellen Nikolauspunsch auf dem Röver-Hof gehört auch der alljährliche Ferienspaß, bei dem der Turm erklömmen werden darf, zum festen Jahresprogramm.

120 Jahre Schwarzer Leuchtturm und 30 Jahre Leuchtturmverein sollen am Sonntag, 5. August, groß gefeiert werden. Mit einem Gottesdienst, bei dem von Pastor Ingmar Hammann drei Kinder mit Weserwasser getauft werden, beginnt die Veranstaltung um 10 Uhr im Festzelt am Ende des Leuchturmpads. Danach geht es dort mit Musik, Essen, Trinken, einigen Überraschungen und hoffentlich vielen gut gelaunten Gästen weiter. Alle sind dazu herzlich eingeladen.