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Ig Metall Warnstreik mit Bratwurst und Partymusik

Jens Milde

Einswarden - „Ihr wollt Streit, wir sind bereit“, lautet der Schriftzug auf dem roten Transparent vor der Bühne. Dazu spielt die Nordenhamer Partyband Prime Time „Let Me Entertain You“. Arbeitskampf darf auch Spaß machen, haben sich offensichtlich die Organisatoren der IG-Metall-Wesermarsch gedacht. Am Dienstag gegen 11 Uhr versammeln sich mehrere Hundert Beschäftigte aus der Metall- und Elektroindustrie auf dem Parkplatz des Technologiezentrums in Einswarden zur Kundgebung. Sie wollen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Ihre Forderung: fünf Prozent mehr Geld.

Nach Angaben des Gewerkschaftssekretärs Jochen Luitjens haben in der Wesermarsch 1250 Beschäftigte für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt. Die Kollegen von Abeking & Rasmussen in Lemwerder und Faßmer in Berne nehmen gemeinsam mit dem Geschäftsführer der IG Metall Wesermarsch, Martin Schindler, an einem Sternmarsch in Bremen teil.

Küstenaktionstag

Zur Kundgebung in Einswarden sind Mitarbeiter von Leonie aus Brake sowie aus Nordenham von den Industriebetrieben NKT Cables, Eaton, ATB, Weser-Metall, Zinkhütte, den Seekabelwerken und Premium Aerotec gekommen. Beim so genannten „Küstenaktionstag“ herrscht auf dem Parkplatz des Technologiezentrums eine Mischung aus Frühschoppen- und Streikatmosphäre. Die IG Metall hat sich nicht lumpen lassen: Es gibt Bratwurst, Eintopf, alkoholfreies Bier und Live-Musik – alles kostenlos – und dazu lacht die Sonne.

„Petrus muss ein Metaller sein“, ruft Jochen Luitjens ins Mikrofon. Er ist der erste Redner an diesem Vormittag. „Es ist bitter notwendig, massiv auf die Straße zu gehen“, sagt er. „Die Arbeitgeber bringen uns mit ihrer Verweigerungshaltung an den Rand eines Streiks.“ Der Gewerkschaftssekretär erntet Zustimmung in Form von Applaus, heulenden Sirenen und laut tönenden Trillerpfeifen. Dann gibt’s wieder Musik von Prime Time: „Walking On Sunshine“ zum Beispiel.

Michael Eilers, der Betriebsratsvorsitzende von Premium Aerotec in Einswarden, macht deutlich, dass „wir nur fünf Prozent fordern.“ Dies sei moderat angesichts der „Millionen und Milliarden, die die Konzerne an Gewinnen erwirtschaften“. Auch die Leiter der Vertrauenskörper von NKT Cables und der Norddeutschen Seekabelwerke, Mustafa Dogan und Ömer Yagiz, sowie Ann-Kathrin Bouda von der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei Premium Aerotec bekräftigen die Fünf-Prozent-Forderung der Gewerkschaft.


Nicht abspeisen lassen

Als Hauptrednerin ist Tarifsekretärin Stephanie Schmoliner von der IG-Metall-Bezirksleitung nach Nordenham gekommen. Sie bezeichnet das jüngste Angebot der Arbeitgeber (2,1 Prozent mehr Lohn für 24 Monate) als Provokation. „Wenn es in den Tarifverhandlungen bis Pfingsten kein Ergebnis gibt, werden wir die Warnstreiks ausweiten“, sagt sie. „Wir werden uns nicht abspeisen lassen und wenn es sein muss nach den Feiertagen noch ein Schippe drauflegen.“

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