Hannover - Mitarbeiter in Kitas, in den Verwaltungen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Niedersachsen werden in den kommenden Tagen erneut die Arbeit niederlegen. Mehrere Gewerkschaften haben ihre Mitglieder zu einem Warnstreik aufgerufen. Aktionsschwerpunkte werden unter anderem die Stadt und der Kreis Peine sowie Hannover sein. Aber auch in vielen anderen Städten wird gestreikt.
Hannover trifft die Ankündigung der Warnstreiks mitten in den Vorbereitungen auf den Besuch des US-Präsidenten Barack Obama, der am Montag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Industrieschau Hannover Messe eröffnen wird. Auch die Messe selbst wird von der Arbeitsniederlegung im öffentlichen Dienst betroffen sein.
Los gehen die Warnstreiks an diesem Donnerstag. Begleitet werden sie von einer Demonstration in Peine, die sich an den dortigen Landrat und Präsidenten des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Niedersachsen, Franz Einhaus, richtet. Gleichzeitig legen auch Mitarbeiter am Klinikum Hannover die Arbeit nieder. Sie wollten nicht nur die Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn unterstützen, sondern auch auf ihre schwierigen Arbeitsbedingungen aufmerksam machen, erklärte eine Sprecherin der Gewerkschaft „Verdi“.
In den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst haben Bund und Kommunen bislang drei Prozent mehr Lohn für zwei Jahre angeboten. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung um sechs Prozent und möchten mit den Warnstreiks den Druck in der laufenden Tarifverhandlung erhöhen.
Weitere Warnstreiks sind für den Dienstag vor den Verhandlungen geplant. Nur einen Tag nach dem Besuch des US-Präsidenten konzentriert sich der Arbeitskampf auf Hannover. Dann werden auch die Verkehrsbetriebe bestreikt. Der Betrieb solle ganz eingestellt werden, teilte die Üstra mit – und das mitten in der Messe-Zeit. Die Deutsche Messe arbeite derzeit an einem Konzept, um die Folgen abzufedern. Denkbar ist beispielsweise ein Buspendelverkehr wie zur Cebit 2012.
